Tarifverhandlungen

5,8 Prozent mehr Lohn: Tarifabschluss für Länder-Beschäftigte

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von dpa

Zwischen Länder-Verhandlungsführer Andreas Dressel und Verdi-Chef Frank Werneke stimmt die Chemie. (Archivbild)

Bild: Soeren Stache/dpa


Nach schwierigen Verhandlungen steht der neue Tarifabschluss für die Beschäftigten der Länder: In drei Stufen steigen die Gehälter um insgesamt 5,8 Prozent. Weitere Warnstreiks sind damit vom Tisch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Tarifparteien einigten sich auf eine Laufzeit von 27 Monaten bis zum 31. Januar 2028.

  • Die Gehaltserhöhung beträgt mindestens 100 Euro im Monat, Nachwuchskräfte erhalten 150 Euro mehr.

  • Arbeitsbedingungen im Osten sollen schrittweise an das West-Niveau angeglichen werden, unter anderem beim Kündigungsschutz und bei der Arbeitszeit an Unikliniken.

Die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sollen in drei Schritten insgesamt 5,8 Prozent mehr Geld bekommen. Auf diesen neuen Tarifvertrag einigten sich die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Der neue Tarifvertrag soll 27 Monate laufen, bis zum 31. Januar 2028. Weitere Warnstreiks oder gar ein unbefristeter Streik sind damit vom Tisch.

Die Erhöhung soll nach Angaben der Gewerkschaft mindestens 100 Euro im Monat ausmachen. Nachwuchskräfte sollen 150 Euro mehr bekommen. Die Arbeitsbedingungen im Osten sollen den West-Regelungen angeglichen werden, sowohl beim Kündigungsschutz als auch bei der Verringerung der Arbeitszeit an den drei ostdeutschen Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena.

Auch in den News:

2,2 Millionen Menschen betroffen

Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke nannte die Verhandlungen mit den Ländern "so schwierig wie lange nicht mehr" Am Ende sei das Niveau wie im Tarifvertrag der für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen im vergangenen Jahr erreicht worden.

Verhandelt wurde für die rund 925.000 Tarifbeschäftigten der Länder. Wenn der Abschluss wie üblich auf die mehr als 1,3 Millionen Beamten und Pensionäre übertragen wird, sind insgesamt 2,2 Millionen Menschen betroffen. Es geht zum Beispiel um Beschäftigte in Straßenmeistereien, Universitätskliniken, Gefängnisbeschäftigte, um IT-Fachkräfte, Tierpfleger, Erzieherinnen oder Lehrkräfte. Die Gespräche hatten Anfang Dezember begonnen. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Warnstreiks gegeben.

Mindestens 300 Euro mehr im Monat

Die Gewerkschaften forderten ursprünglich sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens 300 Euro mehr im Monat. Ihr Forderungskatalog umfasste auch Verbesserungen für Schichtbeschäftigte, für Azubis, einen eigenen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte und Ost-West-Angleichungen – etwa bei den weiter ungleichen Arbeitszeiten in Unikliniken.

Die Länder-Tarifgemeinschaft hatte ihr Angebot zuletzt auf "mehr als fünf Prozent" beziffert. Die Gewerkschaften wollten mit zwölf Monaten auch eine viel kürzere Laufzeit. Letztlich setzten sich die Arbeitgeber dabei weitgehend durch.

Verhandlungen bis in die Nacht

Eigentlich sollte die dritte und letzte Verhandlungsrunde, die am Mittwoch begonnen hatte, bereits am Freitag enden. Doch zogen sich die strittigen Gespräche bis in die Nacht zum Samstag. Für Samstagmorgen beraumten die Unterhändler dann ein Pressestatement an.

Wie schwer es den Gewerkschaften fiel, die Angebote der TdL anzunehmen, zeigte sich in Potsdam in stundenlangen Beratungen hinter verschlossenen Türen. Die Verdi-Führung um Werneke erläuterte in den eigenen Reihen intensiv den Verhandlungsstand und beantwortete Fragen.

Für die Gewerkschaften galt ein schlechterer Abschluss als beim öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen als unannehmbar. Auch für sie waren vergangenes Jahr zusammengerechnet 5,8 Prozent Erhöhung der Einkommen erreicht worden, damals in zwei Stufen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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