Arbeitskampf
Streiks blockieren ganz Griechenland – Wut über geplanten 13-Stunden-Tag
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von dpaStillstand im Hafen von Piräus: Der Fährverkehr nach den Inseln ist wegen des Streiks komplett zum Erliegen gekommen.
Bild: Socrates Baltagiannis/dpa
Fähren bleiben in Häfen, Busse und Bahnen stehen: In Griechenland demonstrieren Gewerkschaften massiv gegen ein neues Arbeitsgesetz. Geplant ist ein bis zu 13-Stunden-Tag – doch die Menschen fordern kürzere Arbeitszeiten und mehr Lohn.
Die großen Gewerkschaften Griechenlands haben weite Teile des öffentlichen Verkehrs lahmgelegt, um gegen geplante Arbeitszeitregelungen und für höhere Löhne zu protestieren. Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligten sich der öffentliche Dienst und der Verkehrssektor am Ausstand.
Verkehr besonders betroffen
Besonders stark betroffen war der Verkehr: Fähren blieben in den Häfen, Züge fuhren nicht. Inseln ohne Flughafen waren durch den Streik der Seeleute zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Viele Tourist:innen traten ihre Heimreise vorzeitig an, um rechtzeitig zu ihren Flügen zu gelangen, wie der griechische Rundfunk berichtete.
Auch Taxifahrer:innen legten die Arbeit nieder. Busfahrer:innen und das Personal der U-Bahnen in Athen und Thessaloniki streikten für mehrere Stunden. Für den Mittwochmittag (1. Oktober) waren in Athen und anderen großen Städten Kundgebungen geplant.
Streit um Arbeitszeiten
Der neue Arbeitsgesetzentwurf sieht vor, dass Arbeitnehmer:innen an bis zu 37 Tagen im Jahr bis zu 13 Stunden arbeiten können – vorausgesetzt, Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in stimmen zu.
Die Gewerkschaften fordern eine 35-Stunden-Woche statt der derzeit geltenden 40 Stunden. Staatsbedienstete verlangen zudem die Wiedereinführung des 13. und 14. Monatsgehalts, das im Zuge der Finanzkrise ab 2010 abgeschafft wurde.
Löhne unter Druck
Griechenland gehört innerhalb der EU zu den Ländern mit den niedrigsten Reallöhnen. Trotz deutlicher wirtschaftlicher Erholung kritisieren viele Beschäftigte, dass die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht durch entsprechende Einkommenszuwächse ausgeglichen werden.
Die regierenden Konservativen unter Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis führen dennoch in der sogenannten Sonntagsfrage in allen Umfragen mit zehn bis 15 Prozentpunkten vor den Sozialdemokraten.
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