Tarifkonflikt Kabine

Streik der Flugbegleiter: Hunderte Lufthansa-Flüge betroffen - so ist die Lage an den Airports

Veröffentlicht:

von Anne Funk

:newstime

UFO-Streik legt Lufthansa-Flüge lahm

Videoclip • 01:09 Min • Ab 12


- Anzeige -
- Anzeige -

Lufthansa-Flugbegleiter legen den Betrieb lahm – mit Folgen für Tausende Reisende. Warum der Tarifstreit eskaliert und was betroffene Urlauber:innen jetzt tun können.

Zum Ende der Osterreisewelle ist das Kabinenpersonal der Lufthansa in einen Streik getreten, der zu hunderten Flugausfällen führt. Seit Mitternacht sollen die rund 20.000 Flugbegleiter:innen die Arbeit ruhen lassen. Dazu hat die Kabinengewerkschaft Ufo aufgerufen, um in mehrere festgefahrene Tarifkonflikte bei der Lufthansa Kerngesellschaft und der Regionaltochter Lufthansa Cityline Bewegung zu bringen.

Es ist nach zwei Runden mit Pilotenstreiks bereits der dritte große Streik in diesem Jahr bei Deutschlands größter Fluggesellschaft. Lufthansa hat zwar Gegenmaßnahmen angekündigt, gleichzeitig aber bereits im Vorfeld hunderte Flüge gestrichen.

Betroffen sind am Freitag (10. April) bis 22 Uhr Hunderte Abflüge. Bestreikt werden offiziell nur die Starts in Deutschland an den Drehkreuzen München und Frankfurt sowie an zahlreichen anderen Flughäfen wie Leipzig/Halle, Berlin oder Stuttgart. Weil in der Folge die Maschinen an ausländischen Zielen fehlen, dürften aber auch zahlreiche Rückflüge von Osterurlauber:innen zunächst ausfallen.

Auch in den News:

Streik: So ist die Lage an den deutschen Flughäfen

Am Frankfurter Flughafen sind nach Angaben des Betreibers Fraport 580 von 1.350 geplanten Starts und Landungen abgesagt. Der Großteil der Streichungen entfalle auf die Lufthansa. Laut Flugplan fallen bei der größten deutschen Fluggesellschaft in Frankfurt 75 Prozent der geplanten Starts aus.

Laut Bayerischem Rundfunk (BR) fallen einem Sprecher zufolge in München rund 400 Verbindungen aus. Ursprünglich seien rund 500 Ausfälle der Lufthansa geplant gewesen. Der Konzern selbst wolle keine genaue Zahl nennen, da sich die Situation kontinuierlich weiterentwickle. In Nürnberg würden alle Flüge nach und von Frankfurt gestrichen, inklusive des ersten Fluges am Samstagmorgen (11. April).

Am Flughafen Stuttgart wurden acht Verbindungen gestrichen: jeweils vier Flüge von und nach München sowie vier von und nach Frankfurt, wie eine Sprecherin mitteilte.

In Hannover fallen jeweils neun Starts und Landungen von und nach Frankfurt und München aus, außerdem sind ein Start und eine Landung von Eurowings-Maschinen von und nach Rom gestrichen, wie der Flughafen auf seiner Website bekanntgab. Hintergrund ist ein Fluglotsenstreik in Italien. In Bremen fallen jeweils zehn Starts und Landungen von und nach Frankfurt und München aus.

Am Hauptstadtflughafen BER wurden für den ganzen Tag jeweils rund 20 Starts und Landungen gestrichen, wie aus der Fluginformation auf der Internetseite des BER hervorgeht.

In Hamburg sind die Lufthansa-Flieger nach Frankfurt und München nicht gestartet. Im Laufe des Tages werden insgesamt 13 Starts und Landungen von und nach Frankfurt sowie zehn Starts und Landungen von und nach München gestrichen, wie aus der Online-Auskunft des Hamburger Flughafens zu den Ankünften und Abflügen hervorgeht.

Am Düsseldorfer Flughafen wurden laut der Webseite des Airports jeweils 13 Abflüge und Ankünfte annulliert - acht Flüge nach beziehungsweise aus München und fünf Flüge nach beziehungsweise aus Frankfurt. Derweil fallen in Köln/Bonn nach Angaben auf der Flughafen-Webseite jeweils drei Verbindungen von und nach München aus.

In Leipzig/Halle werden acht Starts und Landungen von und nach Frankfurt gestrichen, wie ein Pressesprecher der Mitteldeutschen Flughäfen mitteilte. In Dresden sind insgesamt 14 Flüge von und nach Frankfurt sowie München betroffen.

- Anzeige -
- Anzeige -

Umbuchungen und Entschädigungen

Den Passagieren rät Lufthansa, sich umfassend über ihren Flug zu informieren. Die Tickets können umgebucht oder erstattet werden. Weiterhin stehen den Fluggästen bei Verspätungen von über drei Stunden Entschädigungen zu. Auch muss die Airline für alternativen Transport, Verpflegung und Unterkunft sorgen.

Dem Streik waren ein Warnstreik und eine Urabstimmung vorausgegangen. Diese ergab eine hohe Zustimmung der Beschäftigten für einen Arbeitskampf.

In dem Konflikt geht es um die Tarifverhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und nach Ufo-Angaben um die fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen, hieß es.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

BR: "München betroffen: Lufthansa-Flugbegleiter streiken"

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken