Massive Probleme

Stellantis ruft rund 955.000 Autos wegen Kamera-Fehler zurück

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Videoclip • 01:15 Min • Ab 12


Bei rund 955.000 Fahrzeugen von Stellantis kann die Rückfahrkamera wegen eines Softwarefehlers ausfallen. Der Konzern will das Problem per Update beheben. Das News-Portal "Euronews" sieht in dem erneuten Rückruf auch eine Belastung für die Glaubwürdigkeit des Autobauers.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stellantis ruft weltweit rund 955.000 Fahrzeuge zurück.

  • Ursache ist wohl ein Softwarefehler bei der Rückfahrkamera.

  • Euronews sieht darin auch ein Problem für die Glaubwürdigkeit des Konzerns.

Der Autokonzern Stellantis ruft weltweit rund 955.000 Fahrzeuge zurück. Betroffen sind Modelle der Marken Chrysler, Dodge, Jeep und Ram. Ursache ist ein Softwarefehler im Infotainment-System aus den Jahrgängen 2026.

Der Fehler kann verhindern, dass beim Rückwärtsfahren das Bild der Rückfahrkamera korrekt angezeigt wird. Rund 848.000 der betroffenen Fahrzeuge befinden sich in den USA, weitere rund 107.000 in Kanada, Mexiko und anderen Märkten.

Nach Angaben von Stellantis sind bislang keine Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Defekt bekannt. Das Problem soll mit einem Software-Update behoben werden, das aus der Ferne auf die Fahrzeuge aufgespielt werden kann.


Glaubwürdigkeit von Stellantis belastet

Euronews bewertet den erneuten Rückruf nicht nur als technisches Problem. Das Nachrichtenportal sieht darin auch einen weiteren Dämpfer für die Glaubwürdigkeit des Konzerns in Qualitätsfragen. Als Begründung für diese Einschätzung werden frühere Rückrufaktionen angeführt.

Bereits im Juni 2024 wurden demnach in Nordamerika rund 1,16 Millionen Fahrzeuge wegen eines ähnlichen Problems zurückgerufen. Auch damals konnte ein Softwarefehler verhindern, dass das Bild der Rückfahrkamera angezeigt wird. Das Problem sollte ebenfalls per Software-Update behoben werden. Dass nun erneut ein ähnlicher Defekt auftritt, bewertet Euronews vor diesem Hintergrund als besonders problematisch für die Reputation des Autobauers.

Zahl der Rückrufe stieg 2025 deutlich

Unabhängig von dieser Bewertung zeigen die Unternehmenszahlen, dass Stellantis zuletzt deutlich mehr Fahrzeuge zurückgerufen hat. Nach Angaben im Geschäftsbericht beschloss der Konzern 2025 Rückrufaktionen für rund 13,4 Millionen Fahrzeuge. Im Jahr zuvor waren es noch rund 7,3 Millionen.

Stellantis selbst benennt dabei mögliche Folgen von Rückrufen für das Unternehmen. Im Geschäftsbericht weist der Konzern ausdrücklich darauf hin, dass solche Aktionen der Reputation schaden und Verbraucher:innen dazu bringen können, die Sicherheit oder Zuverlässigkeit der Produkte infrage zu stellen.


Qualitätsprobleme haben auch finanzielle Folgen

Euronews verweist in seiner Bewertung außerdem auf die finanziellen Belastungen, die Qualitätsprobleme bei Stellantis zuletzt verursacht haben. In der zweiten Jahreshälfte 2025 verbuchte der Konzern eine milliardenschwere Belastung im Zusammenhang mit einer Neubewertung seiner Garantie-Rückstellungen. Stellantis begründete diese unter anderem mit gestiegenen Kosten und einer Verschlechterung der Qualität infolge früherer operativer Entscheidungen.

Wie teuer speziell der aktuelle Rückruf wird, ist bislang nicht bekannt. Da das Problem über ein Software-Update aus der Ferne behoben werden soll, lasse sich aus der Zahl der betroffenen Fahrzeuge allein keine seriöse Kostenschätzung ableiten, heißt es in dem Bericht weiter.

Der Newssender sieht deshalb weniger die unmittelbaren Kosten des aktuellen Rückrufs als Problem. Vielmehr würden die wiederholten Rückrufaktionen das Vertrauen in die Qualität der Fahrzeuge belasten.

Auch in den News:

Stellantis spricht von Fortschritten bei der Qualität

Der aktuelle Rückruf fällt in eine Phase, in der Stellantis seine Geschäfte neu ausrichtet und nach eigenen Angaben Qualitätsprobleme angeht. Der Konzern erklärte im Februar 2026, dass sich bereits erste Fortschritte zeigten. In seinen Jahresergebnissen sprach Stellantis von ersten positiven Ergebnissen der Bemühungen zur Qualitätsverbesserung.

Der neue Rückruf bedeutet daher nicht automatisch, dass diese Maßnahmen gescheitert sind. Euronews sieht darin allerdings eine zusätzliche Herausforderung für Stellantis, Kund:innen und Investor:innen von den Fortschritten bei der Qualität zu überzeugen.


Verwendete Quellen:

Euronews: "Stellantis ruft 955.000 Autos zurück: Neuer Dämpfer für die Glaubwürdigkeit"

Nachrichtenportal Reuters

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