Neue Regeln

Schufa-Reform kommt: Was sich jetzt an deinem Score ändert

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

:newstime

Kreditwürdigkeit: Neue Schufa-Regeln

Videoclip • 01:23 Min • Ab 12


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Bald könnten Verbraucher:innen erstmals transparent nachvollziehen, wie ihr Schufa-Score zustande kommt. Doch was bedeutet das konkret für deinen Geldbeutel, deine Kreditchancen und deine Wohnungssuche?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schufa ersetzt sechs Branchenscores durch einen einzigen Score mit nur zwölf statt 100 Kriterien.

  • Die meisten Verbraucher:innen bleiben in ihrer Scoreklasse.

  • Die Scores sollen nachvollziehbar und kostenlos einsehbar sein.

Deutschlands mächtigste Auskunftei krempelt ihr System um – und das ist keine Kleinigkeit. Jahrzehntelang galt die Schufa als undurchdringliche "Blackbox", deren Bewertungsmethoden für viele im Verborgenen lagen. Jetzt kommt die Kehrtwende: Ab dem 17. März soll die Bonitätsberechnung der Schufa radikal vereinfacht und für jeden nachvollziehbar werden.

Die Zahlen sprechen für sich: Statt bisher 100 verschiedener Kriterien fließen künftig nur noch zwölf klar definierte Faktoren in die Bewertung ein. Und statt sechs unterschiedlicher Branchenscores gibt es nur noch einen einzigen, universellen Score. Das Bewertungssystem wechselt von Prozenten zu Punkten – die Skala reicht von 100 bis 999 Punkten. Die Regel ist simpel: Je höher die Punktzahl, desto besser deine Bonität.

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Diese zwölf Faktoren entscheiden über deine finanzielle Zukunft

Was genau bestimmt künftig deinen Score? Die Schufa legt alle Karten auf den Tisch.

  • Zahlungsstörungen – der Killer-Faktor schlechthin

  • Alter des ältesten Bankvertrags – Treue wird belohnt

  • Alter der ältesten Kreditkarte – je länger, desto besser

  • Alter der aktuellen Adresse – Sesshaftigkeit zählt

  • Alter des jüngsten Rahmenkredits

  • Anzahl der Anfragen für Girokonten und Kreditkarten (letzte zwölf Monate)

  • Anfragen außerhalb des Bankenbereichs (letzte zwölf Monate) – etwa bei Telekom oder Online-Händlern

  • Aufgenommene Ratenkredite (letzte zwölf Monate)

  • Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite

  • Kreditstatus – wie steht es um laufende Verpflichtungen?

  • Immobilienkredit – wirkt sich positiv aus

  • Vorliegen einer Identitätsprüfung

Jedes dieser Kriterien erhält Punkte, die zusammengerechnet werden – so einfach, dass es jeder Laie nachvollziehen kann.

Auch in den News:

Was heißt das jetzt für dich als Verbraucher:in?

Die gute Nachricht: Für die meisten ändert sich nichts. 83 Prozent aller Verbraucher:innen bleiben in derselben Scoreklasse wie bisher. Wenn du also schon eine gute Bonität hattest, kannst du wohl aufatmen.

Doch es gibt auch Bewegung: Neun Prozent profitieren von der Umstellung – ihr Score verbessert sich. Das betrifft vor allem Menschen, die bisher durch das komplexe System benachteiligt wurden. Auf der anderen Seite: Acht Prozent müssen mit einer Verschlechterung rechnen.

Der Game-Changer: Ab dem 17. März kannst du deinen Score kostenfrei im Schufa-Account einsehen. Alternativ funktioniert das auch über die bonify-App oder per kostenloser Datenkopie.

Noch wichtiger: Die Schufa verspricht, dass der neue Score schneller besser wird, wenn dein Zahlungsverhalten zuverlässig ist. Das bedeutet: Wer seine Rechnungen pünktlich bezahlt, wird schneller belohnt als im alten System.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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