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Rekord-Wiesn: Münchner Oktoberfest 2026 zählte 7,4 Millionen Gäste

Veröffentlicht:

von Michel Reimers

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Besucherrekord beim Münchner Oktoberfest

Videoclip • 01:35 Min • Ab 12


Das größte Volksfest der Welt war 2026 so groß wie noch nie: 7,4 Millionen Menschen besuchten das Münchner Oktoberfest dieses Jahr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Münchner Oktoberfest 2026 hat einen Besucherrekord aufgestellt.

  • 7,4 Millionen Menschen kamen dieses Jahr auf die Wiesn, so viele wie noch nie.

  • Es war "eine Bilderbuch-Wiesn", resümiert Münchens neuer Oberbürgermeister.

Jetzt ist es offiziell: Das Oktoberfest 2026 ist die Rekord-Wiesn. 7,4 Millionen Besucher:innen zählt die Stadt München – so viele wie noch nie. "Damit ist die Wiesn 2026 die bislang meistbesuchte in ihrer langen Geschichte", sagt der Chef des Volksfestes, der Münchner Wirtschaftsreferent Christian Scharpf (SPD). Der bisherige Rekord mit 7,2 Millionen Besucher:innen im Jahr 2023 wurde geknackt.

"Was für eine Bilderbuch-Wiesn", sagt auch Dominik Krause (Grüne) über sein erstes Oktoberfest als Münchner Oberbürgermeister. "Friedlich, entspannt und gut gelaunt. Die Wiesn 2026 war eine der schönsten aller Zeiten." Auch das neue Sicherheitskonzept habe sich bewährt: "Trotz Rekord-Besucherzahl kam es zu keinen kritischen Überfüllungs-Situationen."


Verbessertes Sicherheitskonzept zeigt Wirkung

Das nachgeschärfte Sicherheitskonzept und der Versuch, die Gäste auf die Wochentage umzulenken, seien voll aufgegangen, sagte auch Scharpf. "Wenn es so funktioniert, dann vertragen wir auch so eine Größenordnung." Rekorde seien aber nicht das Ziel der Stadt, die seit den 1980er-Jahren keine aktive Werbung mehr für die Wiesn macht. Aber: "Es ist nun mal ein super Fest und das spricht sich rum" – heutzutage auch über Influencer:innen und Social Media.

Das Oktoberfest sei ein "internationaler Besuchermagnet", sagt Scharpf. Er spricht von der "Strahlkraft unserer Wiesn" und gar von einer "Gute-Laune-Wiesn". Dazu passt auch das Kinderlied "Gute Laune", das in diesem Jahr zu den musikalischen Lieblingen der Feiernden gehört habe. Ein wirklicher Wiesn-Hit 2026 hat sich nach Ansicht der Stadt nicht herauskristallisiert.

Schwere Unfälle überschatten Oktoberfest

Bei aller "guten Laune" überschatten allerdings schwere Unglücke das Fest. Am Morgen des letzten Tages wird ein 47 Jahre alter rumänischer Mitarbeiter an einer Schiffsschaukel so schwer verletzt, dass er reanimiert werden muss. Er habe sich "in einem Bereich aufgehalten, wo er nicht hingehen darf", sagt der Münchner Polizeisprecher Thomas Schelshorn. Dort sei er von der Schaukel erfasst worden. Die Hintergründe werden nun vom für Betriebsunfälle zuständigen Kommissariat 13 ermittelt.

Bereits am dritten Wiesntag war ein 52-jähriger Sicherheitsmitarbeiter eines Freefall-Towers gestorben, nachdem er unter einer Gondel eingeklemmt worden war. Warum auch er sich in einem Bereich aufhielt, in dem er nicht sein sollte, wird ebenfalls noch ermittelt. Die Wiesn-Gemeinde gedachte ihres Kollegen bei dem traditionellen Gottesdienst – und auch Scharpf erinnert in seiner Bilanz daran, dass dieses Unglück "große Trauer und Bestürzung" ausgelöst hat.

Seniorin stirbt nach Unfall mit Kutschpferd

Einer über 90 Jahre alten Frau wurde der Versuch, auf der Oidn Wiesn (Altes Oktoberfest) ein Kutschpferd zu streicheln, zum Verhängnis. Ihr Rollstuhl verfing sich im Geschirr und sie stürzte. Sechs Tage danach starb sie im Krankenhaus.

Außerdem kippte ein Reisebus, der von Italien auf dem Weg zur Wiesn unterwegs war, auf der Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu um. Zwei Menschen starben, zahlreiche weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Reisegruppe der in Italien lebenden philippinischen Staatsangehörigen war auf dem Weg zum Oktoberfest.


Mehr Kokain-Delikte registriert

Ungeachtet dieser Unglücksfälle war die Stimmung nach Angaben von Polizeisprecher Schelshorn "friedlich und überwiegend entspannt": "Es handelt sich um eine friedliche und schöne Wiesn." Die im Vergleich zu 2025 mit 1.851 etwas höhere Zahl der Einsätze und festgestellten Straftaten (845 waren es diesmal, 748 im vergangenen Jahr) führt er auf die höhere Besucherzahl zurück – und auch mehr Betäubungsmitteldelikte, vor allem mit Kokain.

In dem Bereich hatte die Polizei auf der diesjährigen Wiesn besonders kontrolliert. 80 Sexualdelikte wurden nach Angaben von Schelshorn angezeigt, acht mehr als 2025. Bei einem Großteil (52 Fällen) habe es sich um sexuelle Belästigung gehandelt, in fünf Fällen werde wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt. 2025 waren es seinen Angaben zufolge ebenfalls fünf Fälle.

Rekordzahlen bei Bier, Hähnchen und Alkoholvergiftungen

Die Massen strömten, das Bier auch: 6,7 Millionen Maß Bier wurden nach Angaben der Stadt getrunken. Das sind 2,7 Prozent mehr als 2025 (6,5 Millionen). Beim Essen meldeten die Wiesnwirte ein Plus von zwei bis drei Prozent. Dabei sei das "klassische Hendl wieder im Aufwind". Von den 7,4 Millionen Besucher:innen waren 447.000 auch Gäste auf der Oidn Wiesn.

Auch die Aicher Ambulanz meldet Rekordzahlen: 8.409 Patient:innen wurden bis zum Sonntagmittag (4. Oktober) versorgt – knapp 300 mehr als im bisherigen Rekordeinsatz-Jahr 2023 und 23,2 Prozent mehr als 2026. Der Rettungsdienst führte dies vor allem auf die hohe Besucherzahl zurück. 40 Prozent der Patient:innen waren ausschließlich wegen einer Alkoholvergiftung auf Hilfe angewiesen.

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Folge des Alkohols: Hunderte Fundsachen

Der gemessene Rekordwert beim Alkohol lag 2026 bei 3,8 Promille. Allerdings ist das der Aicher Ambulanz zufolge nicht unbedingt tatsächlich der höchste Wert. Schließlich müsse ein:e Patient:in, um den Alkoholwert feststellen zu können, noch in der Lage sein, in das Testgerät zu pusten. "Der überwiegende Teil wurde nicht infolge übermäßigen Alkoholkonsums behandelt", betont Aicher-Geschäftsführer Michel Belcijan und verweist auf die Vorzüge eines Zwischenwassers zwischen den verschiedenen Maß Bier.

Womöglich auch, weil das nicht jeder beachtete, hatte das Fundbüro auch in diesem Jahr viel zu tun. Neben 1.050 Kleidungsstücken, 700 Geldbeuteln und 400 Handys wurden auch kuriose Fundstücke abgegeben: eine Knirschschiene und ein Gebiss zum Beispiel, die 1,80 Meter große Figur eines Imbissstandes – und ein dicker Bildband über Tibet.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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