Wegen KI-Investitionen

Oracle entlässt Tausende Mitarbeiter

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

Tech-Riese Oracle wirft Tausende Mitarbeiter:innen raus - auch wegen milliardenschwerer KI-Investitionen.

Bild: Andrej Sokolow/dpa


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Die US-Techfirma Oracle beginnt mit einer groß angelegten Entlassungsrunde: Laut Medienberichten verlieren weltweit tausende Mitarbeiter:innen ihren Job. Die Arbeitsplätze fallen der KI-Strategie des Unternehmens zum Opfer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Oracle hat eine weltweite Entlassungswelle gestartet, von der nach Medienberichten Tausende Mitarbeiter:innen betroffen sind.

  • Hintergrund sind umfassende Umstrukturierungen und enorme Investitionen in KI-Rechenzentren.

  • Der Jobabbau fügt sich ein in einen allgemeinen Trend bei Tech-Unternehmen.

Oracle streicht Tausende Jobs

Der US-Softwarekonzern Oracle hat mit einer umfassenden Entlassungswelle begonnen. Das berichten das Portal Business Insider und der Sender CNBC unter Berufung auf Insider:innen. Demnach verlieren weltweit Beschäftigte in mehreren Regionen und aus verschiedenen Unternehmensbereichen ihren Job. Der Schritt folgt auf bereits seit Anfang März kursierende Gerüchte über größere Stellenstreichungen.

Besonders betroffen sind nach Angaben von Business Insider unter anderem die Bereiche Oracle Health, Sales, Cloud, Kundenerfolg und NetSuite. Hinweise darauf liefern zahlreiche Posts entlassener Mitarbeiter:innen auf LinkedIn. Wie viele Stellen weltweit gestrichen werden, ist bislang unklar. Es ist jedoch von Entlassungen "in die Tausende" die Rede. Im Mai 2025 hatte Oracle noch rund 162.000 Angestellte. Eine Stellungnahme zu den Berichten lehnte Oracle ab.

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Entlassungen mit sofortiger Wirkung

Business Insider zitiert aus einer E-Mail, die Oracle an betroffene Mitarbeiter:innen verschickt hat. Darin heißt es demnach, die Kündigung erfolge mit sofortiger Wirkung und sei Teil größerer organisatorischer Umstrukturierungen. Nach Unterzeichnung der Unterlagen erhalten die Ex-Beschäftigten eine Abfindung. Zugleich werden sie aufgefordert, für die weitere Abwicklung eine private E-Mail-Adresse zu hinterlegen.

In der Mitteilung kündigt Oracle laut Bericht außerdem an, zeitnah den Zugang der entlassenen Beschäftigten zu Computern, E-Mail, Anrufbeantworter und Dateien zu sperren. Damit verliert das Personal unmittelbar den Zugriff auf interne Systeme.


Investitionen in KI kosten Jobs

Hintergrund der Maßnahmen sind umfassende Umstrukturierungen und hohe Kosten, insbesondere für KI-Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur. Nachdem Oracles Einstieg ins Cloud-Geschäft zunächst für Kursgewinne gesorgt hatte, verlor die Aktie seit Anfang September 2025 rund die Hälfte ihres Werts, wie heise.de berichtet. Die nun angekündigten Entlassungen führten allerdings wieder zu einem leichten Kursanstieg.

An der Wall Street rechnen Analyst:innen damit, dass Oracle bis 2030 einen negativen Cashflow verzeichnen wird. Erst dann sollen sich die massiven Investitionen auszahlen. Der weitgehend von Tech-Milliardär Larry Ellison beherrschte Konzern arbeitet unter anderem an einem hunderte Milliarden Dollar schweren Infrastruktur-Projekt für Künstliche Intelligenz zusammen mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI, wie Business Insider berichtet. Viele Anleger:innen zweifeln jedoch daran, ob sich diese gewaltigen Ausgaben für KI-Rechenzentren vollständig refinanzieren lassen.

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Teil eines größeren Trends in der Tech-Branche

Trotz der Skepsis an der Börse konnte Oracle seine hohen KI- und Cloud-Investitionen zuletzt in Wachstum umwandeln. Laut Business Insider stiegen die Erlöse aus dem Cloud-Geschäft im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 8,91 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen von Analyst:innen. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Cloud-Infrastruktur, das um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zulegte.

Die Stellenstreichungen bei Oracle fügen sich in einen breiteren Trend ein. In der Technologiebranche haben in diesem Jahr bereits zahlreiche Unternehmen Personal abgebaut. Als Begründung führen sie häufig eine Umschichtung von Ressourcen in die KI-Entwicklung an.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur Reuters

Nachrichtenagentur dpa

heise.de: "Oracle startet offenbar Entlassungswelle"

Business Insider: "Read the email Oracle is sending to laid-off employees"

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