Finanzen

Nach heftigem Dämpfer: Gold wieder auf dem Höhenflug

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von Max Strumberger

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Der Goldpreis zieht wieder kräftig an

Videoclip • 01:32 Min • Ab 12


Der Goldmarkt kämpft sich zurück. Innerhalb weniger Tage hat das Edelmetall kräftig zugelegt und einen Teil der Verluste aus dem ersten Halbjahr wettgemacht. Das erwarten die Analyst:innen für die Zukunft des Goldpreises.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem scharfen Einbruch wittern Anleger:innen neue Chancen am Goldmarkt.

  • Der Preis hat sich stabilisiert und liegt wieder deutlich über 4.000 Dollar.

  • Expert:innen sehen weiteres Potenzial.

Nach dem kräftigen Einbruch im ersten Halbjahr mehren sich die Anzeichen für eine Erholung des Goldpreises. Das Edelmetall hatte Anfang 2026 mit knapp 5.600 US-Dollar je Feinunze ein Rekordhoch erreicht, anschließend jedoch rund ein Viertel seines Wertes verloren. Seit Juli stabilisiert sich der Markt. Am 12. August lag der Preis bei 4.387,03 Dollar je Feinunze – deutlich über dem Niveau von rund 4.200 bis 4.300 Dollar, das noch Anfang August verzeichnet worden war.

Der Rückgang hatte mehrere Ursachen. Mit der Aussicht auf höhere Zinsen gewannen Staatsanleihen und andere festverzinsliche Anlagen an Attraktivität. Gleichzeitig trieben hohe Energiepreise infolge des Iran-Krieges die Inflationserwartungen nach oben und erhöhten den Druck auf die Notenbanken. Gold wirft weder Zinsen noch Dividenden ab und verliert in einem solchen Umfeld an Reiz. Hinzu kamen umfangreiche Gewinnmitnahmen: Wer Anfang 2025 investiert hatte, konnte seinen Einsatz bis zum Rekordhoch mehr als verdoppeln.


Russland verkauft 22 Tonnen Gold

Inzwischen erhält der Goldpreis wieder Rückenwind. Geopolitische Unsicherheiten, veränderte Erwartungen an die Geldpolitik und eine anziehende Nachfrage der Zentralbanken stützen den Markt. Der World Gold Council meldete für das zweite Quartal steigende Käufe der Notenbanken. Polen stockte seine Reserven um 51 Tonnen auf 632 Tonnen auf, China kaufte 33 Tonnen hinzu und verfügt nun über 2.346 Tonnen. Russland hingegen verkaufte 22 Tonnen und war damit der größte Verkäufer unter den Zentralbanken.

Bei professionellen Anleger:innen ist die Stimmung dennoch geteilt. Goldgedeckte ETFs verzeichneten im zweiten Quartal Abflüsse von 45 Tonnen, während die Nachfrage nach Münzen und Barren vergleichsweise stabil blieb. Für die Schmuckbranche ist das Edelmetall hingegen zunehmend zu teuer: Weltweit sank die Nachfrage im zweiten Quartal um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, besonders stark in China und Indien. Auch in Europa wurde weniger Goldschmuck gekauft, den stärksten Rückgang registrierte der World Gold Council in Italien.

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Für die weitere Entwicklung bleibt die US-Geldpolitik entscheidend. Goldman Sachs erwartet bis Dezember einen Anstieg auf rund 4.900 Dollar je Feinunze, während die DekaBank ein Kursziel von etwa 4.350 Dollar nennt und Preise oberhalb von 4.000 Dollar zunehmend als attraktives Einstiegsniveau betrachtet. Charttechnisch gilt ein Anstieg in Richtung 4.400 Dollar als möglich, sofern wichtige Widerstände überwunden werden. Fällt der Preis hingegen unter rund 3.900 Dollar, könnte sich das Bild wieder eintrüben. Eine neue Eskalation geopolitischer Konflikte oder wachsende Sorgen über die Staatsschulden könnten Gold allerdings erneut als Krisenanlage beflügeln.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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