Videospiele
Microsoft limitiert Cloud-Gaming bei Xbox
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Gaming-Boom hält in Deutschland an
Videoclip • 01:36 Min • Ab 12
Ab November beschränkt Microsoft das bislang unbegrenzte Videospielen mit dem Xbox Game Pass Ultimate. Stattdessen soll er künftig nur noch 15 Stunden pro Monat enthalten.
Das Wichtigste in Kürze
Die Streaming-Zeit für den XBox Game Pass Ultimate wird ab November begrenzt.
Das teilte Microsoft mit.
Als Grund nannte der Konzern die steigenden Kosten beim Cloud-Gaming.
Microsoft begrenzt das Cloud-Gaming im Xbox Game Pass ab November auf Stundenkontingente. Das meldet "Heise online" unter Berufung auf eine Mitteilung des Unternehmens. Demnach hängt es künftig vom jeweiligen Abomodell ab, wie viel Streaming-Zeit enthalten ist. Im Ultimate-Abo für 21 Euro im Monat sind 15 Stunden inkludiert. Das 13 Euro teure Premium-Abo bietet dem Bericht nach zehn Stunden und die Einstiegsstufe Essential zum Preis von neun Euro fünf Stunden Streaming.
Wer sein Kontingent aufgebraucht habe, könne zusätzliche Stunden im Xbox- Store dazukaufen, schreibt "Heise online" zufolge das Xbox-Team in einem Blog-Eintrag. Preise dafür habe Microsoft noch nicht angegeben, sie sollen vor November nachgereicht werden. Es soll dann auch die Möglichkeit geben, Spielzeit direkt zu erwerben, ohne dafür ein Abo für den Xbox Game Pass abschließen zu müssen.
Viadospielen per Streaming wird immer beliebter
Wie es weiter heißt, konnten Abonnent:innen von Xbox Game Pass Ultimate bislang ohne Zeitlimit streamen. Da Spiele-Hardware immer teurer wird, galt Cloud-Gaming als gute Alternative. Microsoft erwartet, dass die Umstellung vier Prozent der Game-Pass-Abonnent:innen trifft. "Heise online" zufolge ist die Zahl vermutlich so niedrig, weil intensives Cloud Gaming allgemein noch nicht besonders verbreitet ist.
Als Grund für die Umstellung nenne Microsoft die Kosten: Der Betrieb des Streaming-Angebots werde teurer, je mehr Menschen es nutzen und je länger sie spielen. Mit den monatlichen Grenzen lasse sich der Dienst weiter betreiben und gleichzeitig in Zuverlässigkeit und Leistung investieren. "Uns ist klar, dass das für manche Spieler praktisch höhere Kosten bedeutet", heißt es in der Mitteilung von Microsoft.
Auch in den News:
KI-Boom treibt Preise für Speicherchips in die Höhe
Für den Game Pass ist es dem Bericht nach der dritte größere Umbau binnen eines Jahres. Erst im Oktober 2025 hatte Microsoft demnach den Game Pass umgeordnet und die Preise erhöht. Unbegrenztes Cloud-Gaming sei damals ein Argument gewesen, mit dem der Aufschlag von 9 Euro im Ultimate-Abo begründet wurde. Im April ruderte "Heise online" zufolge Microsoft zurück und senkte den Preis leicht von 27 auf 21 Euro.
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, sind Computerchips infolge der hohen Nachfrage für Künstliche-Intelligenz-Rechenzentren immer teurer geworden. Die Gaming-Branche spreche schon von "RAMageddon", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes, Felix Falk Gemeint sei eine ironisch zugespitzte Wortschöpfung aus Arbeitsspeicher (RAM/Random Access Memory) und Armageddon, also dem Weltuntergang.
Deutsche Games-Branche verzeichnet Umsatzrückgang
Bei Gaming-PCs schlügen die hohen Speicherpreise besonders stark durch, erklärte der Branchenfachmann. "Wann es vorbei ist mit dem RAMageddon, das wüsste ich auch gern: Das ist sehr stark abhängig von der Entwicklung der KI." Wenn so viele Rechenzentren geplant und gebaut werden, werde es schwer für die Chip-Produktion, Schritt zu halten.
In Deutschland ist dem Verband zufolge der Gaming-Umsatz im ersten Halbjahr um drei Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro gesunken. Während der Verkauf von Spielen um ein Prozent auf 2,3 Milliarden Euro sank, verzeichneten Online-Gaming-Dienste, bei denen Cloud-Dienste enthalten sind, um drei Prozent auf 0,6 Milliarden Euro.
Xbox-Konsolen haben sich deutlich verteuert
Insbesondere bei Konsolen sorgten die gestiegenen Preise für eine Kaufzurückhaltung bei den Konsument:innen, so Falk. Die Ausgaben für Games-Hardware sanken im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. "Heise oline" schreibt, dass Xbox-Konsolen zum 1. August um 33 bis 50 Prozent teurer geworden seien. Die Xbox Series X mit Laufwerk kostet seitdem 800 statt 600 Euro, die Series S mit 512 GByte 500 statt 350 Euro.
Der Umsatzeinbruch beim Hardware-Geschäft liegt Falk zufolge allerdings nicht nur an höheren Preisen, sondern auch an normalen Marktzyklen. Im Frühjahr sei die Spielekonsole Nintendo Switch 2 auf den Markt gekommen, weswegen viele Fans die Geldbörse zückten. Auch deswegen habe der Hardware-Umsatz im ersten Halbjahr 2025 angezogen, nun gehe es wieder bergab. "Diejenigen, die sich vor kurzer Zeit eingedeckt haben mit einer neuen Konsole, die sagen sich, "jetzt warte ich mal ab"", so Falk.
Verwendete Quellen:
heise.de: "Konsolen teurer, Cloud begrenzt: Xbox rationiert das Streaming"
Nachrichtenagentur dpa
news.xbox.com: "Upcoming Changes to XBOX Cloud Gaming"
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