Raketenteile für den "Iron Dome"

Krise bei VW: Steigt der Autobauer in die Rüstungsindustrie ein?

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Brandgefahr: VW ruft rund 100.000 E-Autos zurück

Videoclip • 01:23 Min • Ab 12


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VW verhandelt offenbar mit dem Hersteller des "Iron Domes" über einen Einstieg in die Rüstungsindustrie. Bislang hatte der Autobauer die Waffenproduktion stets ausgeschlossen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Volkswagen gerät zunehmend unter Druck: Der Konzerngewinn bricht 2025 drastisch ein.

  • Gleichzeitig sucht der Autobauer verzweifelt nach neuen Geschäftsmodellen.

  • Nun rückt ausgerechnet die Rüstungsindustrie als möglicher Rettungsanker für ein bedrohtes Werk in den Fokus.

Volkswagen steckt tief in der Krise: Der Konzerngewinn ist 2025 nach Informationen aus Unternehmenskreisen fast um die Hälfte eingebrochen. Nach 12,4 Milliarden Euro im Jahr 2024 bleiben nur noch 6,9 Milliarden Euro übrig – ein Rückgang von rund 44 Prozent und ein weiterer Dämpfer für den ohnehin unter Druck stehenden Autobauer. Ein Weg aus der Krise könnte offenbar ein Einstieg ins Rüstungsgeschäft sein.

Wie die Financial Times berichtet, verhandelt der Konzern mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems, Hersteller des Raketenabwehrsystems "Iron Dome". In dem von der Schließung bedrohten Werk Osnabrück könnten künftig Teile des Luftabwehrsystems gefertigt werden.

2.300 Arbeitsplätze in Osnabrück in Gefahr

Für die Belegschaft in Osnabrück steht viel auf dem Spiel. Laut Bericht könnten alle 2.300 Arbeitsplätze erhalten bleiben, sollte es zu einer Einigung kommen. "Das Ziel ist es, alle zu retten, vielleicht sogar zu vergrößern", zitiert die Financial Times einen Insider. Die dort produzierten Raketenabwehrsysteme sollen demnach auch an europäische Staaten verkauft werden.

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VW schließt bislang Waffenproduktion aus

Auch die Bundesregierung soll das Vorhaben unterstützen. Offiziell bleibt VW jedoch zurückhaltend. Man prüfe weiter tragfähige Perspektiven für den Standort nach dem Auslaufen der aktuellen Fertigung im Jahr 2027, erklärte ein Sprecher. Das Werk habe verschiedene Fahrzeugkonzepte entwickelt, um neue Marktchancen auszuloten. Ob daraus konkrete Projekte entstünden, sei offen. Zugleich verwies der Sprecher auf die bisherige Linie, wonach eine Waffenproduktion durch die Volkswagen AG ausgeschlossen sei.

Eine Kooperation mit Rafael wäre dennoch ein Signal für einen breiteren Trend: Die deutsche Autoindustrie sucht verstärkt den Schulterschluss mit der boomenden Verteidigungsbranche. Schon heute stellt VW über seine Tochter MAN gemeinsam mit Rheinmetall Militärlastwagen her. Nach Angaben der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer sprechen mehrere israelische Rüstungsfirmen mit deutschen Autobauern über Partnerschaften – Beobachter sehen darin erst den Anfang einer engeren Verflechtung beider Industrien.

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Verwendete Quellen:

Financial Times

Nachrichtenagentur dpa

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