Gewürzmittel-Hersteller

Knorr könnte an US-Firma verkauft werden

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

Die ursprünglich deutsche Traditionsmarke Knorr könnte erneut den Besitzer wechseln.

Bild: Hendrik Schmidt/dpa


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Die Traditionsmarke Knorr könnte erneut den Besitzer wechseln. Der britische Konsumgüterriese Unilever will sich von seiner Lebensmittelsparte trennen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gewürzmittelhersteller Knorr ist möglicherweise bald in US-Besitz.

  • Der aktuelle Inhaber, der britische Riese Unilever, will seine Lebensmittelsparte verkaufen.

  • Schon 1998 war das in Heilbronn gegründete  Unternehmen von einem US-Hersteller übernommen worden.

Im Supermarkt kennt fast jeder die grünen Verpackungen von Knorr: Würzmittel, Kochhilfen, Fertigsuppen und mehr sind in den Regalen zu finden. Jetzt könnte das ursprünglich deutsche Traditionsunternehmen erneut den Besitzer wechseln. Die Firma war 1823 von Carl Heinrich Knorr in Heilbronn gegründet worden. 1998 wurde Knorr an den US-Hersteller Bestfood veräußert, zwei Jahre später kaufte der britische Konsumgüterriese Unilever den US-Konzern samt Knorr.

Aktuell verhandelt Unilever über einen Verkauf seiner Lebensmittelsparte an den US-Gewürzhersteller McCormick & Company. Ein entsprechendes Kaufangebot des kleineren Rivalen liege vor, teilte Unilever  mit. Ein möglicher Deal würde seine Marken wie Knorr und Hellmann's mit der scharfen Würzsauce Cholula von McCormick zusammenbringen.

Die Unilever-Sparte, zu der auch Marken wie Colman's und Marmite gehören, stand im vergangenen Jahr für rund ein Viertel des Gesamtumsatzes und erlöste mehr als 12,9 Milliarden Euro (14,91 Milliarden Dollar). Es gebe jedoch keine Gewissheit, dass eine Einigung erzielt werde, teilten die beiden Unternehmen in getrennten Erklärungen mit. Finanzielle Einzelheiten nannten sie nicht.

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Knorr könnte an US-Unternehmen gehen

Die Gespräche unterstreichen den Kurs von Unilever-Chef Fernando Fernandez, den Konzern nach der Abspaltung des Eiscreme-Geschäfts im vergangenen Jahr stärker auf die margenträchtigeren Bereiche Schönheit und Körperpflege auszurichten. Dort verfügt Unilever über Marken wie Axe, Rexona und Dove, die unter anderem mit Produkten von Henkel oder Beiersdorf konkurrieren. Das Geschäft mit verarbeiteten Lebensmitteln steht branchenweit unter Druck. Politiker warnen vor gesundheitlichen Risiken, zudem dämpft die wachsende Beliebtheit von Abnehmspritzen den Appetit vieler Verbraucher.

Skepsis über möglichen Verkauf durch Unilever

Die Unternehmen bestätigten die Verhandlungen, nachdem das "Wall Street Journal" zuvor darüber berichtet hatte. Dem Bericht zufolge könnte es sich um eine reine Aktientransaktion handeln, die in den kommenden Wochen zustande kommen könnte. Die Zeitung "Financial Times" hatte im März berichtet, Unilever habe erfolglos eine Zusammenlegung seiner Lebensmittelsparte mit dem Saucengeschäft von Kraft Heinz erwogen.

Tineke Frikkee, Portfoliomanagerin beim Unilever-Investor W1M, gab sich skeptisch: "McCormick ist viel kleiner als die Lebensmittelsparte von Unilever – diese erwirtschaftet etwa den dreifachen Gewinn von McCormick. Daher ist unklar, welchen Wert ein gemeinsames Unternehmen schaffen könnte und welche Struktur den Aktionären einen Mehrwert bieten würde."

Laut "Bild" hat Unilever derzeit vier Produktionsstätten in Deutschland. Lebensmittel werden In Auerbach und Heilbronn werden Lebensmittel hergestellt, Körperpflegeprodukte in Buxtehude und Mannheim. Seinen Deutschland-Hauptsitz hat das Unternehmen in Hamburg.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur Reuters

Bild: "Amis wollen Traditionsmarke Knorr kaufen"

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