Lohnunterschied
Im Westen 17 Prozent mehr Bruttoverdienst als im Osten
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von dpa:newstime
So viele Deutsche verdienen unter 15 Euro
Videoclip • 01:38 Min • Ab 12
Auch 2025 bleibt laut offizieller Statistik eine erhebliche Lohnlücke zwischen West- und Ostdeutschland. Von der Linken kommt Kritik.
Auch mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung verdienen Vollzeitbeschäftigte im Westen brutto rund 17 Prozent mehr als im Osten. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die der Linken-Fraktionschef Sören Pellmann abgefragt hat.
Der Bruttojahresverdienst mit Sonderzahlungen lag demnach im Westen 2025 im Schnitt bei 55.435 Euro. Im Osten waren es 46.013 Euro. Pro Stunde betrug der Bruttoverdienst im Westen durchschnittlich 25,61 Euro, im Osten 21,36 Euro.
Im vergangenen Jahr hatte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ebenfalls eine Lohnlücke von 17 Prozent berechnet. Als einen Grund für das Gefälle sehen Experten die niedrige Tarifbindung im Osten - Beschäftigte mit Tarifvertrag werden meist besser bezahlt. Zu beachten sind zugleich die regional oft niedrigeren Lebenshaltungskosten und Mieten in den östlichen Flächenländern.
Pellmann fordert mehr Tarifbindung
Pellmann nannte das nach wie vor große Gefälle eine Bankrotterklärung und politisches Versagen. Es sei Folge schwacher Tarifbindung, aber auch "von einem Wirtschaftsmodell, das den Osten viel zu lange als Billiglohngebiet behandelt hat", sagte der Linken-Politiker aus Leipzig. "Während Konzerne und Arbeitgeber von der Lohnspreizung profitieren, zahlen Beschäftigte von der Ostsee bis zum Erzgebirge die Zeche."
Er forderte einen höheren Mindestlohn und mehr Tarifbindung. Dafür sollten öffentliche Aufträge nur an tarifgebundene Unternehmen gehen, meinte Pellmann. "Solange der Osten beim Lohn systematisch abgehängt wird, ist die Einheit unvollendet."
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