ADAC warnt vor Online-Betrug
Gefälschte ADAC-Mails, Anrufe und Rabattcodes: So erkennst du die Betrugsmaschen
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
ADAC: Deutschlandticket oft günstiger
Videoclip • 30 Sek • Ab 12
Betrüger:innen missbrauchen den Namen des ADAC für Phishing-Mails, unseriöse Anrufe und falsche Rabattaktionen. Mitglieder sollen sensibel auf verdächtige Nachrichten reagieren und im Zweifel nichts anklicken, nichts zahlen und den ADAC informieren.
Das Wichtigste in Kürze
Betrüger:innen geben sich in Mails, am Telefon und online als ADAC-Mitarbeiter:innen aus, um Daten und Geld zu erbeuten.
Phishing-Mails, Fake-Jobs und falsche Rabattaktionen nutzen täuschend ähnliche Absenderadressen und bauen Zeitdruck auf.
Betroffene sollen keine Links anklicken, Daten schützen sowie die Vorfälle der Bank, der Bundesnetzagentur und dem ADAC melden.
Der gute Ruf des ADAC lockt immer wieder Kriminelle an. Sie geben sich als Mitarbeitende des Clubs aus und wollen vor allem eines: Geld und Daten. Die Maschen reichen von gefälschten E-Mails über betrügerische Telefonanrufe bis hin zu Fake-Newslettern und falschen Online-Rabattcodes. Der ADAC stellt klar: "Der ADAC fordert nicht per Mail zu dringenden Handlungen auf" und "Der ADAC ruft nicht an, um Gewinne mitzuteilen oder Abos zu verkaufen." Die Warnungen stammen von den offiziellen ADAC-Informationsseiten.
Immer wieder verschicken Betrüger Phishing-Mails mit gefälschten ADAC-Adressen. Ziel ist es, Empfänger:innen dazu zu bringen, auf Links zu klicken. Darüber soll Schadsoftware installiert oder zur Eingabe sensibler Daten wie Passwörter, Kontonummern oder Kreditkarteninformationen verleitet werden. Bei über 22 Millionen Mitgliedern ist die Chance hoch, einige zu treffen.
So erkennst du ADAC-Phishing-Mails
Laut ADAC haben alle Phishing-Mails eines gemeinsam: Abzocke. Viele Nachrichten sehen auf den ersten Blick täuschend echt aus. Auffällig sind jedoch bestimmte Merkmale. Häufig werden merkwürdige Absenderadressen verwendet, oft ohne persönliche Anrede, obwohl Empfänger:innen ADAC-Mitglieder sind. Die enthaltenen Links führen nicht auf echte ADAC-Seiten mit ".adac.de", sondern auf fremde Domains.
Hinzu kommt oft starker Zeitdruck: Es wird damit gedroht, dass ohne sofortige Reaktion ein Schaden entsteht oder ein angebliches Geschenk verfällt. Der ADAC rät: Wer ein schlechtes Gefühl hat, sollte auf sein Bauchgefühl hören und die Mail löschen.
Auch in den News:
Der ADAC betont, dass die Daten der Mitglieder im Club sicher sind. Betrüger:innen sind also nicht durch ein Datenleck beim ADAC an die Informationen gelangt. Stattdessen erbeuten Kriminelle bei Cyberangriffen und Hacks regelmäßig Identitätsdaten von Internetnutzer:innen. Diese werden im Netz veröffentlicht und für weitere Straftaten genutzt.
Als Unterstützung empfiehlt der ADAC den "Identity Leak Checker" des Hasso-Plattner-Instituts. Mit diesem Online-Tool kann per Eingabe der eigenen Mailadresse geprüft werden, ob persönliche Daten bereits im Internet aufgetaucht sind.
Was tun im Notfall?
Wer eine verdächtige Mail erhält, sollte sie umgehend löschen. So wird verhindert, dass Schadsoftware installiert wird oder sensible Daten in falsche Hände gelangen. Ist bereits auf einen Link geklickt worden, gelten laut ADAC-Infos klare Schritte: Passwörter schnellstmöglich ändern, das Anti-Viren-Programm aktualisieren und einen vollständigen Virenscan durchführen. Wurden Bank- oder Kreditkartendaten preisgegeben, sollte sofort die Bank kontaktiert und im Zweifel die Karte gesperrt werden.
Der ADAC listet viele konkrete Beispiele aktueller Phishing-Maschen: von angeblichen "zentralen Verkehrskontrollen" mit vorgeschriebenem Notfallwerkzeug über Mails zu angeblich eingeschränkten Kreditkarten bis hin zu Fake-Geschenken wie 50-Euro-Tankkarten, Jubiläumsaktionen („122 Jahre ADAC“) oder manipulierten Original-Newslettern. Grundprinzip: Es wird ein Problem oder eine Belohnung vorgetäuscht, und über Buttons wie "Verifizierung starten" oder "Ihr Geschenk entdecken" sollen Daten oder Geld ergaunert werden.
Betrug am Telefon und falsche Rabattcodes
Nicht nur per Mail wird getäuscht. "Immer wieder geben sich unseriöse Anrufer als ADAC-Mitarbeitende aus", warnt der Club. Häufig heißt es, man habe bei einem ADAC-Gewinnspiel gewonnen – der Gewinn soll aber nur gegen Zahlung einer "Bearbeitungsgebühr" überwiesen werden, teils bis zu 1.200 Euro ins Ausland. Eine andere Masche: Am Telefon wird versucht, Zeitschriften-Abos aufzuschwatzen.
Betroffene sollten die Rufnummer notieren, auflegen und die Nummer bei der Beschwerdestelle der Bundesnetzagentur melden. Unerlaubte Werbeanrufe und Gewinnspielanrufe sind ohne Einwilligung verboten und können mit bis zu 300.000 Euro Bußgeld geahndet werden. Ein telefonisch abgeschlossenes Abo kann in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden.
Auch im Internet gibt es falsche ADAC-Rabatte. Auf einzelnen Websites werden vermeintliche Sonderpreise, etwa für Fahrsicherheitstrainings, beworben. Wer dort auf Links klickt, erhält Codes, mit denen Kurse angeblich günstiger gebucht werden können. Laut ADAC handelt es sich dabei um Fake-Angebote, von denen man die Finger lassen sollte.
Verwendete Quellen:
ADAC: "Vorsicht Online-Abzocke: Gefälschte ADAC Mails, ADAC Newsletter und Fake-Anrufe"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Medienbericht
Istanbul: Schüsse vor israelischem Konsulat – zwei Tote

Deutsche Traditionsfirma
Thermomix, Kobold & Co.: Das Erfolgsrezept von Vorwerk

Goldman Sachs sieht großes Potenzial
Rheinmetall: Analysten sehen Aktie deutlich unterbewertet

Wal-Drama
"Timmy" kämpft weiter: Entscheidung über Buckelwal-Schicksal steht bevor

Hohe Kosten
Schwarzfahren keine Straftat mehr? Hubig-Plan sorgt für Lob und Kritik

Krieg im Iran
Laut Bericht: Modschtaba Chamenei liegt offenbar im Koma

