Bonusmodell und Eigenbeteiligung
Explodierende Gesundheitskosten: Sana-Chef für Leistungskürzungen im Alter
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von dpaExperten debattieren, wie die Kosten für das deutsche Gesundheitssystem reduziert werden könnten. Künstliche Hüften soll es beispielsweise nach Vorstoß von Sana-Chef für Patienten ab 80 nur mit Eigenbeteiligung geben.
Bild: Felix Kästle/dpa
Um die Gesundheitskosten in Deutschland zu senken, plädiert der Vorstand der Sana-Kliniken für mehr Eigenbeteiligung im Alter ab 80 Jahren.
In der Diskussion um eine Reduzierung der hohen Gesundheitskosten stellt der Chef der Klinikengruppe Sana bestimmte Leistungen für betagte Menschen infrage. "Müssen wir in jeder Lebensphase, ich rede von 80 aufwärts, die vollumfängliche Medizin zukommen lassen wie Implantate, Hüfte, künstlicher Knieersatz?", fragte der Vorstandsvorsitzende Thomas Lemke im Podcast "Table.Today". In den meisten anderen Ländern der Welt würden medizinische Leistungen ab einem bestimmten Alter nur bei Eigenbeteiligung angeboten.
Lemke räumte ein, dass dies eine hoch problematische ethisch-moralische Diskussion erfordern würde. "Wir werden da ranmüssen", fügte er hinzu. Lemke stellte zugleich klar, dass dazu nicht die Notfall- und klassische Standardversorgung gehöre. Er plädierte zudem dafür, viel stärker mit Anreizen zu arbeiten als mit Sanktionen.
Der Vorstoß erinnert an den früheren Vorsitzenden der Jungen Union, Philipp Mißfelder. Der mittlerweile verstorbene Mißfelder hatte im Jahr 2003 Empörung mit der Frage ausgelöst, ob 85-Jährige noch auf Kosten der Solidargemeinschaft künstliche Hüftgelenke bekommen sollten.
Lemke schlug außerdem ein Bonus-Modell vor, um die Zahl von Arztbesuchen in Deutschland zu verringern. So könnten Versicherte etwa 100 bis 200 Euro pro Jahr erstattet bekommen, wenn sie nur zwei Mal oder weniger zum Arzt gehen, regte der Chef des Klinikkonzerns vor.
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