Pharma

Biontech-Gründer steigen aus: Sahin und Türeci starten neues Unternehmen

Aktualisiert:

von Emre Bölükbasi

Ugur Sahin und Özlem Türeci sind die Gesichter von Biontech, machten das Mainzer Unternehmen groß. (Archivbild)

Bild: Sebastian Christoph Gollnow/dpa


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Sie wurden mit dem Corona-Impfstoff weltberühmt – jetzt verlassen Ugur Sahin und Özlem Türeci Biontech. Was die Gründer:innen als nächstes vorhaben und warum sie ausgerechnet jetzt gehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen Biontech bis Ende 2026.

  • Die Corona-Impfstoff-Macher:innen wollen ein neues Biotech-Unternehmen gründen – für die nächste Generation von mRNA-Medikamenten.

  • Als Anteilseigner:innen bleiben sie Biontech aber erhalten.

Die Impfstoff-Pioniere Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen das von ihnen gegründete Pharmaunternehmen Biontech und wagen einen Neuanfang. Das Ehepaar wird laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) spätestens Ende 2026 aus dem Mainzer Unternehmen ausscheiden, wenn ihre aktuellen Dienstverträge auslaufen.

Das neue Biotechnologie-Unternehmen soll sich auf die Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis konzentrieren. Trotz des Ausstiegs wollen Sahin und Türeci Anteilseigner:innen von Biontech bleiben – derzeit halten sie rund 15 Prozent der Anteile.

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Vereinbarungen zwischen Biontech und dem neuen Unternehmen

Geplant ist, Rechte und mRNA-Technologien in das neue Unternehmen einzubringen. Im Gegenzug erhält Biontech eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Firma sowie Lizenzgebühren. Zusätzlich sind Meilensteinzahlungen vereinbart worden – Biontech wird also bei Erreichen bestimmter Entwicklungsschritte Geld von dem neuen Unternehmen erhalten. Eine bindende Vereinbarung hierzu soll bis Ende des ersten Halbjahres 2026 abgeschlossen werden.

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Von der Krebsforschung zum Corona-Impfstoff

Sahin und Türeci hatten Biontech 2008 gegründet, mit dem Ziel, Krebstherapien auf mRNA-Basis zu entwickeln. In der Corona-Pandemie wurden dann alle Kapazitäten in die Entwicklung eines mRNA-Vakzins gegen Covid-19 gesteckt – mit Erfolg. Das Unternehmen gewann das Wettrennen gegen eine Reihe von Mitbewerbern und erhielt gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer die erste Marktzulassung für einen Corona-Impfstoff.

Biontech verdiente in der Folge Milliarden und expandierte kräftig. Sahin und Türeci erhielten zahlreiche renommierte Auszeichnungen, darunter 2021 das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 2022 gemeinsam mit ihrer einstigen Weggefährtin und späteren Nobelpreisträgerin Katalin Karikó den Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstaedter-Preis, einen der wichtigsten Medizinpreise Deutschlands.


Motivation für den Neustart

Zur Begründung ihres Schritts erklärte Sahin, er und Türeci wollten ein weiteres Mal als Pionier:innen neue Wege beschreiten. Es sei schon immer ihre Vision gewesen, Wissenschaft in Fortschritte für Patient:innen zu erschließen.

Sowohl Sahin als auch Türeci sind Kinder türkischer Einwanderer:innen. Sahin zog im Alter von vier Jahren mit seiner Familie nach Köln, wo sein Vater bei Ford arbeitete. Türeci wuchs im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg auf, ihr Vater arbeitete als Arzt in einem katholischen Krankenhaus. Die beiden lernten sich während ihrer medizinischen Ausbildung an der Uniklinik im saarländischen Homburg kennen, gemeinsam gingen sie später nach Mainz.

Nachfolgesuche bei Biontech

Der Aufsichtsrat von Biontech hat bereits damit begonnen, Nachfolger:innen für die beiden zu suchen, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Aufsichtsratschef Helmut Jeggle betonte, Sahin und Türeci hätten im Laufe ihrer Karriere immer wieder ihre Innovationskraft unter Beweis gestellt.

Wie das neue Unternehmen heißen, wo es sitzen und welche Gesellschaftsform es haben wird, ist noch nicht bekannt. Es soll aber definitiv keine Tochtergesellschaft von Biontech werden. Für Sahin und Türeci ist es nach Biontech (2008) und Ganymed Pharmaceuticals (2001) die dritte Gründung.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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