Studie
Allianz warnt: Weltweite Firmeninsolvenzen auf Zwölf-Jahres-Hoch
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von Kira BornImmer mehr Unternehmen müssen wohl künftig einen Insolvenzantrag stellen – Die Zahl der gemeldeten Insolvenzverfahren steigt weiter an.
Bild: Oliver Berg/dpa
Wirtschaftliche Flaute, Handelskonflikte, KI-Hype: Laut Allianz Trade droht 2026 die nächste Pleitewelle. Besonders riskant seien Neugründungen und besonders gefährdet Start-ups in Deutschland.
Der Kreditversicherer Allianz Trade erwartet eine weltweite Zunahme an Unternehmensinsolvenzen im kommenden Jahr. Es handele sich voraussichtlich um den fünften Anstieg in Folge, teilte die Allianz-Tochter aus Paris und Hamburg mit. Die Analyst:innen prognostizieren fünf Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahr.
Insolvenztrend zeigt sich in Deutschland
In Deutschland wird das Insolvenzgeschehen demnach nächstes Jahr auf einem hohen Niveau bleiben: Allianz Trade prognostiziert 24.500 Fälle, was einem leichten Anstieg um ein Prozent entspricht. "2026 liegen die Fallzahlen so hoch wie seit zwölf Jahren nicht", heißt es in der Mitteilung, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.
Die Folgen der Handelskonflikte könnten bald die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen auf die Probe stellen, sagte Allianz-Trade-Chefin, Aylin Somersan Coqui. Das Risiko von Dominoeffekten nehme zu.
Ein weiteres Risiko bergen demnach Neugründungen, die sich in Europa und den USA beschleunigt haben. Start-ups haben ein überproportional hohes Risiko, insolvent zu werden.
Steht Wirtschaft das Platzen der KI-Blase bevor?
Ein Ende des Booms um Künstliche Intelligenz (KI) ähnlich der Dotcom-Blase Anfang der 2000er könne zudem einen Schock auslösen, heißt es in der Studie. In Deutschland wären etwa 4.000 zusätzliche Insolvenzen die Folge, sollte eine potenzielle KI-Blase platzen.
2027 soll dann vor allem in Deutschland eine Wende einsetzen: Erwartet wird ein Rückgang der Insolvenzen um etwa vier Prozent auf 23.500 Fälle. Die Prognose begründen die Autor:innen mit Konjunkturmaßnahmen der Regierung, die Wirkung zeigten. Weltweit liegt der erwartete Rückgang bei einem Prozent, wie die dpa berichtet.
Mittelstand verliert Glauben an Reformversprechen der Regierung
Doch der deutsche Mittelstand hat laut einem Medienbericht den Glauben an die Reformversprechen der Bundesregierung verloren. Dies gehe aus einer Umfrage des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft unter 1125 Unternehmen hervor, meldet das Redaktionsnetzwerk Deutschland in einem Vorabbericht. Auf die Frage: "Glauben Sie, dass der Herbst der Reformen kommt und für spürbare Verbesserungen für die Unternehmen in Deutschland sorgen wird?" antworteten demnach rund 81 Prozent der Befragten mit "Nein" und gut zehn Prozent mit "Weiß nicht". Nur neun Prozent der Befragten zeigten sich dem Bericht zufolge optimistischer.
Die Mehrheit der befragten Unternehmer:innen zeigte sich demnach skeptisch, was den Sinn häufiger Gipfelformate zwischen Wirtschaftsvertretern und der Regierung angeht. 56 Prozent gaben an, als Ergebnis der Gipfel keine mittelstandsfreundlichere Wirtschaftspolitik zu erwarten.
"Das Ergebnis macht deutlich, dass der Mittelstand das Vertrauen in den Herbst der Reformen nahezu komplett verloren hat", sagte BVMW-Bundesgeschäftsführer Christoph Ahlhaus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Stimmungsaufhellung, die man nach der Wahl gesehen habe, sei in Skepsis und Resignation umgeschlagen, so Ahlhaus.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur Reuters
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