Ab 2028
2G-Aus: So riskant wird das für Fahrer bei der TÜV-Prüfung
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Millionen Autos könnten durch TÜV fallen
Videoclip • 01:14 Min • Ab 12
Die Modernisierung der Mobilfunknetze hat eine unerwartete Kehrseite: Millionen Autos könnten vom 2G-Aus direkt betroffen sein und im schlimmsten Fall durch die Hauptuntersuchung fallen. Das sollen Autofahrer:innen jetzt beachten.
Das Wichtigste in Kürze
Das geplante 2G-Aus ab 2028 trifft nicht nur alte Handys, sondern womöglich Millionen Autos.
Besonders kritisch ist das beim verpflichtenden Notrufsystem eCall.
Das könnte drastische Folgen für die Sicherheit und Hauptuntersuchung haben.
Deutschlands Mobilfunkanbieter planen das Aus für 2G bis 2028 – und für viele Autofahrer:innen könnte das unerwartet heikel werden. Denn zahlreiche Fahrzeuge funken beim automatischen Notrufsystem eCall noch über genau diesen alten Standard. Fällt das Netz weg, könnte ausgerechnet im Ernstfall die Verbindung zur Rettungsleitstelle scheitern. Laut dem Magazin Auto Motor Sport könnten in Deutschland rund 5,5 Millionen Autos davon betroffen sein.
Für Handynutzer:innen dürfte die Umstellung meist kaum spürbar sein, weil 4G und 5G den alten Standard längst weitgehend ersetzt haben. Im Auto sieht die Lage jedoch anders aus: Vor allem bei Modellen mit älteren Kommunikationsmodulen hängt der gesetzlich vorgeschriebene Notruf teils noch am 2G-Netz. Assistenzsysteme und Airbags würden zwar weiter funktionieren, der automatische Notruf aber womöglich nicht mehr
Rasseln viele Autos jetzt durch die Hauptuntersuchung?
Brisant ist das auch mit Blick auf die Hauptuntersuchung. Ein funktionierendes eCall-System ist bei vielen Fahrzeugen vorgeschrieben und wird bei der HU geprüft. Der TÜV-Verband plädiert zwar dafür, betroffene Autos nach der 2G-Abschaltung nicht automatisch durchfallen zu lassen, weil Halter:innen den Netzausbau nicht beeinflussen können. Eine verbindliche Entscheidung darüber muss aber die Politik treffen.
Das müssten Autofahrer:innen jetzt tun
Für Millionen Fahrer heißt das: prüfen, nachfragen, abwarten. Fahrzeughalter sollten jetzt klären, welchen Mobilfunkstandard ihr Auto nutzt und ob der Hersteller ein Update oder eine Umrüstung anbietet. Bei einigen Modellen könnte eine Modernisierung auf LTE möglich sein, doch sie dürfte teuer werden. Viele Fahrzeuge lassen sich nach bisherigen Berichten gar nicht oder nur mit großem Aufwand umrüsten.
Damit wächst der Druck auf Hersteller, Netzbetreiber und Gesetzgeber. Während die Mobilfunkfirmen auf modernere Netze setzen und frei werdende Frequenzen effizienter nutzen wollen, brauchen Autofahrer vor allem Rechtssicherheit und praktikable Lösungen. Sonst droht 2028 aus einer technischen Netzmodernisierung ein ganz konkretes Problem für Sicherheit, Wartung und Wiederverkaufswert vieler Autos zu werden.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
TÜV
Auto Motor und Sport
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