Meteorologe warnt
El Niño: Wie das Pazifik-Phänomen Deutschlands Winter verändern kann
Aktualisiert:
von Michael Reimers:newstime
Juni und Juli so heiß wie nie
Videoclip • 01:45 Min • Ab 12
Gluthitze und Unwetter haben die Erde fest im Griff. Meteorologe Georg Haas erklärt die Ursachen – und wie dramatisch das Klimaphänomen El Niño Deutschlands Wetter schon in diesem Winter verändern könnte.
Das Wichtigste in Kürze
Europa erlebt aktuell eine Phase extremer Hitze und Trockenheit.
Meteorologe Georg Haas erklärt im Interview die Hintergründe und ordnet die Rolle des Klimaphänomens El Niño ein.
Dieses sei in Deutschland noch nicht aktiv, könnte das Wetter aber bereits im kommenden Winter deutlich beeinflussen.
Ausgetrocknete Felder, brütende Hitze und dazwischen immer wieder Unwetter mit Hagel und sturzflutartigem Regen: Europa taumelt derzeit von einem Wetterextrem ins nächste. Wie Meteorologe Georg Haas im Gespräch mit :newstime erklärt, ist das keine Laune der Natur, sondern die logische Folge einer seit Langem bekannten Entwicklung.
"Wir erleben gerade das, was uns die Klimamodelle seit Jahrzehnten vorhersagen: Extremwetter, extreme Hitzewellen, extreme Trockenheit und in Gewittern Extremwetter mit Hagelsturm und Starkregen", so der Experte. Die aktuelle Hitze- und Dürrephase reihe sich damit in ein längst prognostiziertes Muster ein.
Wie der El Niño das Wetter im Winter und Sommer beeinflusst
Während Europa noch mit den Folgen des Sommers kämpft, formiert sich fernab davon bereits das nächste Wetterphänomen mit globaler Tragweite: der El Niño. Wie genau dieses Klimaphänomen aus dem Pazifik entsteht und das globale Wetter beeinflusst, erfährst du hier.
Aktuell habe der El Niño noch keinen Einfluss auf das deutsche Wetter, betont Haas. "El Niño baut sich derzeit am Pazifischen Ozean auf, ist aber bei uns in Deutschland noch nicht relevant", erklärt der Meteorologe. Das dürfte sich allerdings in den kommenden Monaten ändern.
Denn sobald El Niño seine volle Kraft entfalte, könnte sich das Wetter in Deutschland deutlich verändern – und das schon zum Winter hin. Laut Haas wäre dann in der zweiten Winterhälfte mit ungewöhnlich milden und nassen Bedingungen zu rechnen.
Auch für den kommenden Sommer zeichnet der Meteorologe ein Bild, das viele überraschen dürfte: Statt erneuter Hitzewellen könnte es feuchtwarm und stürmisch werden. "Eine weitere Konsequenz wäre ein relativ nasser und feuchtwarmer Sommer, dementsprechend mit reichlich Unwetter", so Haas.
Auch in den News:
International betrachtet sei El Niño zudem alles andere als eine gute Nachricht, warnt der Experte. Das Klimaphänomen heize weltweit Wetterextreme an und verschärfe die Ungleichheit zwischen einzelnen Regionen erheblich.
"El Niño befeuert global extremes Wetter, ist also eine relativ schlechte Nachricht für viele Regionen", so Haas wörtlich. Während manche Landstriche, die eigentlich auf Regen angewiesen wären, von gewaltigen Dürren bedroht seien, müssten sich andere Regionen auf heftige Unwetter mit Sturzfluten und Überschwemmungen einstellen.
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