Künftig weniger Stufen
DWD reformiert seine Wetterwarnungen - das ändert sich
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Wie der Deutsche Wetterdienst das Wetter berechnet
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Der Deutsche Wetterdienst plant ein neues Warnsystem für gefährliches Wetter. Künftig sollen Warnungen leichter verständlich sein und Gewitter früher ankündigen – gleichzeitig werden die Schwellen für manche Warnungen angehoben.
Das Wichtigste in Kürze
Der DWD plant mit RainBoW ein neues Warnsystem.
Statt bislang bis zu vier soll es künftig einheitlich drei Warnstufen geben.
Wann das neue System genau eingeführt wird, ist noch unklar.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will sein System für amtliche Wetterwarnungen grundlegend überarbeiten. Das neue Programm trägt den Namen RainBoW. Die Abkürzung steht für "risikobasierte, anwendungsorientierte, individualisierbare Bereitstellung optimierter Warninformationen".
Ziel ist es laut DWD, Warnungen verständlicher zu gestalten, früher bereitzustellen und stärker an unterschiedliche Anwendungsbereiche anzupassen. Damit sollen Menschen im Ernstfall schneller erfassen können, welche Gefahren durch Wind, Starkregen, Hitze oder Gewitter drohen.
Wann das neue System genau an den Start geht, ist noch unklar. Der Wetterdienst teilte t-online mit: "Das System befindet sich beim Deutschen Wetterdienst noch in der Entwicklung. Eine Einführung ist perspektivisch für das kommende Jahr vorgesehen. Einen konkreten Einführungstermin können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen."
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Künftig nur noch drei DWD-Warnstufen
Eine zentrale Änderung betrifft die Warnstufen. Bislang kann der DWD – je nach Wetterlage – bis zu vier Stufen verwenden. Künftig soll es einheitlich nur noch drei Warnstufen geben, unabhängig davon, ob vor Wind, Regen oder Hitze gewarnt wird.
Die höchste Stufe, Stufe drei, soll vor extremen Wettergefahren warnen. Zudem will der DWD bei einigen Wetterlagen die Schwellenwerte erhöhen, ab denen eine Warnung ausgelöst wird. Damit soll vermieden werden, dass zu häufig gewarnt wird.
Auch die Texte der Warnungen sollen sich verändern. Statt vieler Details sollen künftig kürzere Überschriften, Stichpunkte und klare Formulierungen im Vordergrund stehen. Meteorologische Informationen sollen nur noch erscheinen, wenn sie für die Warnung zwingend notwendig sind, wie t-online berichtet.
Gewitter sollen früher angekündigt werden
Besonders stark verändert sich der Umgang mit Gewittern. Sie können sich schnell entwickeln, räumlich begrenzt auftreten und sich rasch wieder auflösen. Bislang wurden entsprechende Warnungen deshalb oft erst kurzfristig veröffentlicht.
Mit RainBoW soll eine neue Gewitterwarnung früher herausgegeben werden. Sie basiert auf Hinweisen aus Vorhersagemodellen. Dadurch erhalten Betroffene mehr Zeit zur Vorbereitung. Je weiter eine Warnung im Voraus erfolgt, desto weniger genau lässt sich jedoch sagen, wo und wann ein Gewitter tatsächlich auftritt.
Der DWD plant deshalb drei abgestufte Informationen:
Eine Vorabinformation soll frühzeitig auf heftige Gewitter mit möglichen großen Schäden hinweisen.
Die neue Gewitterwarnung soll auf erkennbaren Signalen in Wettermodellen beruhen.
Eine Gewitterakutwarnung soll folgen, sobald ein Gewitter in den Beobachtungssystemen sichtbar ist.
DWD: Neues System nicht wegen Kritik
In weiteren Schritten will der Wetterdienst Vorabinformationen bis zu sieben Tage vor möglichem gefährlichem Wetter anbieten. Geplant ist außerdem ein neues Online-Warnportal. Dort sollen Nutzer:innen Warnungen nach ihren eigenen Bedürfnissen abrufen können – etwa nach Gebiet, Wetterereignis oder Schwellenwert.
Der DWD betont, dass RainBoW nicht wegen einzelner Kritikfälle entwickelt wurde. Eine Sprecherin erklärte t-online: "RainBoW ist dabei nicht als Reaktion auf eine mögliche Kritik an der Warnpraxis des DWD zu verstehen."
Die Weiterentwicklung von Warnsystemen sei vielmehr ein fortlaufender Prozess. Dabei flössen Erfahrungen aus Wetterereignissen und neue Anforderungen an die Warnung der Bevölkerung ein.
Verwendete Quellen:
DWD: "Das neue Warnsystem des Deutschen Wetterdienstes"
t-online: "DWD führt neues Warnsystem ein"
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