Hintergründe unklar

Wer steckt hinter den Bombendrohungen? Mehrere Flugzeuge und Flughäfen in Europa betroffen

Veröffentlicht:

von Jacqueline Bittl

:newstime

Was passiert bei einer Flugzeugentführung? (14. Oktober)

Videoclip • 04:39 Min • Ab 12


Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage herrscht Nervosität an Europas Flughäfen: Eine mysteriöse Serie von Bombendrohungen bringt den Flugverkehr in mehreren Ländern gleichzeitig durcheinander und niemand weiß bisher, wer dahintersteckt.

Es ist ein Szenario, das Passagier:innen, Behörden und Fluggesellschaften gleichermaßen in Atem hält: An diesem Donnerstag (5. November) waren bereits über zwölf Passagiermaschinen quer durch Europa von Bombendrohungen betroffen. Dabei handelt es sich um die zweite derartige Drohungswelle binnen einer Woche. Bereits am Dienstag (3. November) hatten ähnliche Alarme für Chaos gesorgt.

Auch in den News:

Bombendrohungen sorgen für umgeleitete Flüge und Kampfjets in der Luft

Besonders dramatisch verlief der Vorfall auf einem Linienflug zwischen Dublin und Rom: Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, wurde das Flugzeug auf den Militärflughafen Évreux in der Normandie umgeleitet, rund hundert Kilometer nordwestlich von Paris. Alle 151 Passagier:innen und sechs Crew-Mitglieder wurden in Sicherheit gebracht, Sprengstoffexpert:innen rückten zur Untersuchung aus.

Auch über Italiens Hauptstadt spielten sich dramatische Szenen ab: Ein Finnair-Flug aus Helsinki wurde von Kampfjets der italienischen Luftwaffe eskortiert und landete schließlich am Flughafen Rom-Fiumicino. Sicherheitskräfte nahmen das Flugzeug unmittelbar nach der Landung unter die Lupe.

Eine weitere Maschine, die morgens in Mailand-Malpensa gestartet war, erhielt während des Fluges eine Bombendrohung und wurde nach Wien umgeleitet. Ein österreichischer Polizeisprecher bestätigte die Landung, sprach von einer "abstrakten" Drohung und verwies darauf, dass keinerlei konkrete Gefahr festgestellt wurde. Das Flugzeug setzte seine Reise danach nach Warschau fort. Auch gegen vier weitere Flüge in Wien seien per E-Mail Drohungen eingegangen.

Bombendrohungen von Kopenhagen bis Bukarest

Der geografische Bogen der Bedrohungen spannte sich an diesem Tag über nahezu den gesamten Kontinent. Am Flughafen Kopenhagen gingen Drohungen gegen zwei Flüge ein, bei der anschließenden Durchsuchung wurde jedoch nichts Verdächtiges entdeckt. In Prag meldete die Polizei Warnungen über Sprengvorrichtungen an Bord von gleich vier Flugzeugen. Alle wurden nach der Landung von Spezialist:innen durchsucht, anschließend gab es Entwarnung. Der tschechische Innenminister bestätigte, dass eine Spezialeinheit für Terrorismus- und Extremismusbekämpfung die Ermittlungen übernommen hat.

Drei Ryanair-Maschinen auf dem Weg nach Bulgarien erhielten ebenfalls Drohungen. Eines der Flugzeuge aus London wurde auf den Flughafen Plowdiw umgeleitet, während die Maschinen aus Kopenhagen und Madrid planmäßig in Sofia landeten. Und auf dem Flug von Mailand nach Bukarest geriet auch ein Wizz-Air-Flugzeug ins Visier: Es landete sicher, wird aber nun vom rumänischen Inlandsgeheimdienst untersucht.

Wer steckt hinter den Bombendrohungen? Ermittler:innen stehen vor einem Rätsel

Trotz des enormen Ausmaßes der Drohungswelle tappt die Fachwelt noch im Dunkeln. Ob ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Vorfällen besteht und ob eine bestimmte Gruppe oder Person dahintersteckt, ist laut aktuellem Stand nicht bekannt. Die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol erklärte, sie beobachte die Lage und arbeite eng mit Fluggesellschaften, Flughäfen und Sicherheitsbehörden zusammen.

Ein britischer Regierungssprecher hatte im Zusammenhang mit den Drohungen vom Dienstag von "böswillig vorgetäuschten Drohungen" gesprochen. Aus britischen Ermittlerkreisen hieß es laut "Guardian", berichtet in der dpa, es gäbe keine unmittelbaren Anzeichen für einen staatlichen Akteur. Allerdings: Dass mehrere Flüge tatsächlich umgeleitet wurden, deute darauf hin, dass die Drohungen als hinreichend konkret und glaubwürdig eingestuft worden seien, so ein zitierter Experte.

Bombendrohungen gegen Flugzeuge sind in Europa kein unbekanntes Phänomen. Im Herbst 2023 zählten Behörden allein in Deutschland mehr als 250 solcher Meldungen. Im Oktober desselben Jahres wurden in Frankreich innerhalb weniger Tage Dutzende Regionalflughäfen vorübergehend evakuiert. Im März 2020 trafen an einem einzigen Tag sieben russische Passagiermaschinen gleichzeitig Bombendrohungen. Was die aktuelle Lage besonders beunruhigend macht: die außergewöhnliche geografische Streuung der Vorfälle innerhalb kürzester Zeit und der bislang ungeklärte Hintergrund.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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