Präsident reagiert

Ukrainische Geheimdienste schießen bei Einsatz in Kiew aufeinander - Selenskyj: "Absolut skandalös"

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von Max Strumberger

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Selenskyj warnt vor Flügen über Russland

Videoclip • 54 Sek • Ab 12


In Kiew eskaliert ein Einsatz der ukrainischen Geheimdienste SBU und HUR – Schüsse fallen. Die Hintergründe bleiben unklar, doch Präsident Selenskyj spricht von einem Skandal.

Das Wichtigste in Kürze

  • Angehörige des SBU und des Militärgeheimdienstes HUR lieferten sich in Kiew einen Schusswechsel.

  • Drei Menschen wurden dabei zum Teil schwer verletzt.

  • Präsident Selenskyj reagiert scharf.

In Kiew ist es zu einem Schusswechsel zwischen Angehörigen zweier ukrainischer Geheimdienste gekommen. Beteiligt waren der Inlandsgeheimdienst SBU und der Militärgeheimdienst HUR. Drei Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Die Hintergründe des Vorfalls sind bislang nicht vollständig geklärt.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war offenbar das Verschwinden des russischen Oppositionellen Stepan Kaplunow, eines stellvertretenden Kommandeurs des Russischen Freiwilligenkorps (RDK). Die Einheit kämpft aufseiten der Ukraine gegen Russland. Nach Angaben des RDK wurde Kaplunow Anfang September von Unbekannten im Innenhof seines Hauses entführt.


Ein Mensch in Lebensgefahr

SBU und HUR sollen gemeinsam einen mutmaßlich von Moskau gesteuerten Anschlag auf Kaplunow untersucht haben. Während einer Durchsuchung griff eine bewaffnete Gruppe nach Darstellung des SBU jedoch ein Einsatz- und Ermittlungsteam an. Die Männer hätten versucht, die Ermittler aufzuhalten und ihnen mit Fahrzeugen den Weg versperrt.

Später stellte sich laut ukrainischen Medien heraus, dass die Angreifer dem Militärgeheimdienst HUR angehörten. Der SBU entsandte daraufhin seine Spezialeinheit "Alpha". Erst das Staatliche Ermittlungsbüro soll beide Seiten dazu gebracht haben, ihre Waffen niederzulegen. Die Angreifer wurden festgenommen. Bei dem Schusswechsel erlitt ein Mann eine schwere Beinverletzung, eine durchtrennte Arterie brachte ihn nach Angaben seines Anwalts in Lebensgefahr. Ein weiterer Verletzter befand sich ebenfalls in kritischem Zustand.

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Selenskyj: "Hier wird nur auf russische Besatzer geschossen"

Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Vorfall als "absolut skandalöse Situation". Der Generalstaatsanwalt soll klären, warum sich ukrainische Sicherheitskräfte gegenseitig beschossen haben. "Hier in der Ukraine darf nur auf russische Besatzer geschossen werden, um die Ukraine zu verteidigen", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Er forderte interne Untersuchungen und personelle Konsequenzen in beiden Diensten. Zugleich verlangte der Leiter des Präsidialamts, Kyrylo Budanow, eine gründliche und unparteiische Aufklärung. Der HUR äußerte sich bislang nicht offiziell.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

20min.ch: "Schiesserei zwischen ukrainischen Geheimdiensten: Das ist bekannt"

Spiegel.de: "Kyjiwer Geheimdienste beschießen sich – zum Ärger von Präsident Selenskyj"

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