Aufnahme aus Fotofalle
Wolfswelpe im Enztal entdeckt: Wird er im Schwarzwald überleben?
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von Andrea E.Überleben des im Südwesten gesichteten Wolfswelpen noch nicht sicher. (Symbolbild)
Bild: Oliver Dietze/dpa
Eine Fotofalle hat bei Baiersbronn einen Wolfswelpen aufgenommen. Das Jungtier könnte zu einem neuen Rudel im Schwarzwald gehören. Ob es überleben wird, ist offen.
Das Wichtigste in Kürze
Das Tier wurde Mitte September entdeckt.
Vor allem Autos können jungen Wölfen gefährlich werden.
Ende 2023 wurde ein Welpe am Schluchsee überfahren.
Eine private Fotofalle hat Mitte September bei Baiersbronn im Kreis Freudenstadt einen Wolfswelpen aufgenommen – das erste im Südwesten seit längerer Zeit. Ob der Welpe überlebt, ist allerdings offen.
"Die Sterblichkeit junger Wölfe ist sehr hoch", äußerte sich Christoph Schmidt vom Alternativen Bärenpark Schwarzwald, in dem auch Wölfe leben, zu der Entdeckung. Seinen Angaben zufolge besteht ein Wurf gewöhnlich aus vier bis acht Welpen. Etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Jungtiere sterben innerhalb der ersten beiden Lebensjahre.
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Autos und andere Wildtiere als Gefahr
Vor allem der Straßenverkehr könnte dem Welpen gefährlich werden. Junge Wölfe seien unerfahren und neugierig, erklärt Schmidt. Ende 2023 wurde der damals einzige bekannte Welpe eines Rudels auf einer Straße am Schluchsee überfahren. Auch Wildschweine und Luchse könnten einen kleinen Wolf angreifen.
Eine weitere Gefahr sieht Schmidt im sogenannten Wolfstourismus: Menschen könnten gezielt ins Enztal fahren, um das Tier zu sehen. Das Landwirtschaftsministerium weist darauf hin, dass das aktive Aufsuchen von Wildtieren diese stört. Zudem sei es verboten, Wölfe mit Futter anzulocken.
Eltern des Welpen noch nicht genetisch erkannt
Der Welpe stammt mutmaßlich von dem seit Langem im Nordschwarzwald ansässigen Rüden GW852m und der dort ebenfalls sesshaften Wölfin GW4816f ab. Ein genetischer Nachweis dafür liegt nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg bislang nicht vor. Unbekannt sind auch das Geschlecht des Jungtiers und die Frage, ob weitere Welpen leben.
Nach Einschätzung von Schmidt dürfte der Welpe die Wurfhöhle inzwischen verlassen haben. Junge Wölfe würden etwa sechs Monate lang gesäugt. Im Jahr nach ihrer Geburt ziehen sie meist noch mit den Eltern umher und wandern später ab. Der mutmaßliche Vater GW852m kam wohl 2017 zur Welt und hat die durchschnittliche Lebenserwartung eines Wolfes fast erreicht. Die Wölfin wurde zwischen 2022 und 2024 geboren.
Gibt es bald ein zweites Rudel im Südwesten?
Nach dem Tod des Welpen am Schluchsee Ende 2023 gab es im Südwesten kein Rudel mehr. Das Muttertier wurde im folgenden April nahe Lenzkirch überfahren. Es war mit mehreren Welpen trächtig. Andere sesshafte Wölfe wanderten im Lauf der Zeit ab oder kamen im Straßenverkehr ums Leben.
Im Juni wurde im Schluchsee-Territorium erneut eine Wölfin nachgewiesen, wo bereits ein Rüde sesshaft ist. Die FVA stuft das Weibchen bislang aber nicht als sesshaft ein. Weder eine Paarbildung noch ein Rudel sind dort bestätigt. Insgesamt gibt es im Südwesten fünf bestätigte Wolfsterritorien mit sechs sesshaften erwachsenen Wölfen: Enztal mit zwei Tieren sowie Hornisgrinde, Reichenbacher Wald, Ostbaar und Schluchsee mit jeweils einem Rüden.
Für Wanderer und Spaziergängerinnen sieht Schmidt durch die Wolfseltern keine Gefahr. Wölfe seien auch mit Nachwuchs scheu und würden Menschen nicht angreifen, so der Experte.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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