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"Hätten Sie Lust auf Parteichef?": Lanz bringt SPD-Politiker Hubertus Heil in Bedrängnis

Veröffentlicht:

von Natascha Wittmann

:newstime

SPD stellt sich gegen Pflegereform

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


Bei "Markus Lanz" rückte plötzlich nicht mehr nur Sozialpolitik, sondern auch die SPD-Spitze in den Fokus. Der ZDF-Moderator drängte Hubertus Heil immer wieder zu einer klaren Ansage. Der SPD-Politiker wich jedoch aus und geriet damit erst recht in Bedrängnis.

Bei "Markus Lanz" rückte plötzlich nicht mehr nur Sozialpolitik, sondern auch die SPD-Spitze in den Fokus. Der ZDF-Moderator drängte Hubertus Heil immer wieder zu einer klaren Ansage. Der SPD-Politiker wich jedoch aus und geriet damit erst recht in Bedrängnis.

Die schwarz-rote Koalition ringt um ihren Reformkurs und der Druck auf Kanzler Friedrich Merz bleibt hoch. Parallel wächst die Unruhe in der SPD: Wie kommt die Partei wieder zu mehr Profil? Bei "Markus Lanz" drehte sich am Dienstagabend (29. September) vieles um die Folgen der jüngsten Landtagswahlen, um Rentenfragen und um das Dauerthema Sozialgerechtigkeit - inklusive der Frage, wer in Deutschland eigentlich spürbar entlastet wird.

SPD-Politiker Hubertus Heil schlug gleich zu Beginn ernste Töne an. Ihm bereite "der Zustand der Demokratie" große Sorgen. Als Heil daraus ableitete, es brauche eine stärkere Sozialdemokratie, ging Lanz sofort dazwischen: "Es sind so diese Phrasen - 'Wir brauchen eine starke Sozialdemokratie' -, was heißt denn das?" Heil begründete seinen Anspruch mit dem Wunsch nach mehr "Leistungsgerechtigkeit".

Doch Lanz blieb hartnäckig: "Leistungsgerechtigkeit?" Heil konkretisierte: "Ich finde, dass Anstrengung, Arbeit, Einsatz sich lohnen muss." Damit war das nächste Reizthema auf dem Tisch. Lanz fragte: "War das Bürgergeld leistungsgerecht?" Heil räumte ein: "Nein, deshalb haben wir es auch reformiert. Da haben wir Fehler gemacht." Lanz setzte sichtlich irritiert nach: "Sie haben nicht reformiert, Sie wurden abgewählt!"

Daraufhin konterte Hubertus Heil gereizt: "Ja, ich habe das Wahlergebnis gesehen. Aber nicht alleine wegen des Bürgergelds!" Dann legte Lanz noch eine Schippe drauf und wollte wissen: "Ist es leistungsgerecht, wenn beim Bürgergeld ungefähr jeder Zweite gar keinen deutschen Pass hat?" Heil widersprach energisch: "Das hat nichts mit der Frage von Leistungsgerechtigkeit zu tun, die Frage des Passes!"

SPD-Politiker Hubertus Heil und ZDF-Moderator Markus Lanz lieferten sich ein hitziges Wortgefecht, als es um das politische Handeln der SPD ging.

Bild: ZDF / Markus Hertrich


Lanz legt sich mit Hubertus Heil an: "Es geht ja nicht um Haltung, es geht ja um konkrete Politik"

Lanz reagierte mit einem klaren "Doch!", während Heil bei seiner Grundfrage blieb: "Kriegen wir es hin, Menschen in Arbeit zu bringen und lohnt sich Arbeit?" Beim Bürgergeld sei zudem "ein Missverständnis entstanden", das "die Gesellschaft ein Stück polarisiert" habe. Für Lanz klang das nach Ausrede. Er hakte nach: "Ein Missverständnis?" Heil antwortete schwammig: "Es ist ein Missverständnis über unsere Haltung entstanden."

Lanz reagierte erneut scharf: "Es geht ja nicht um Haltung, es geht ja um konkrete Politik, die Sie zu verantworten haben!" Er griff dabei Heils Partei-Image an: "Sie sagen immer: 'Wir sind der Anwalt der kleinen Leute.' Wenn man dann mal genauer hinschaut, stellt sich heraus: Nein, der Anwalt der hart arbeitenden Mitte (...) sind Sie gerade nicht."

Heil wollte dies nicht auf sich sitzen lassen. Der SPD-Mann stellte klar: "Erstens habe ich mit dieser Floskel 'kleine Leute' ein Problem. Und von mir werden Sie das mit der hart arbeitenden Mitte auch nicht hören. Das ist eine ausgelutschte Floskel!" Journalistin Ursula Weidenfeld hielt dagegen und machte Druck: "Wir haben in den letzten zehn, 15 Jahren dafür gesorgt, dass Menschen, die nicht ganz alt sind, die mittelgut verdienen, immer stärker belastet werden. Und das tun Sie bis heute! Und das verteidigen Sie auch bis heute!"

Dazu komme: "Was Sie tun, ist einen Generationenkonflikt zu verschweigen, weil Sie ihn immer zugunsten der Älteren entscheiden!" Heil widersprach deutlich: "Nein, das stimmt nicht!" Weidenfeld stichelte jedoch weiter: "Warum wählen denn junge Leute nicht mehr die SPD und nicht die CDU? Weil Sie Kompromisse machen, die auf dem Rücken von jungen Leuten passieren!"

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Hubertus Heil gerät in Erklärungsnot: "Dementi klingt anders"

Später wechselte Lanz abrupt von Inhalten zu Personalfragen: Traut Heil sich den SPD-Vorsitz zu? Der Politiker hakte zunächst überrascht nach: "Wo habe ich das gesagt?" Lanz wollte darauf nicht näher eingehen und sagte stattdessen: "Ich lege Ihnen das jetzt in den Mund. Sie haben natürlich Lust darauf!" Heil erklärte daraufhin seine Motivation, sich "jetzt stärker öffentlich zu Wort zu melden": "Ich bin nach wie vor Abgeordneter meines Wahlkreises. (...) Und meine Überzeugung ist: Man muss etwas für die Demokratie tun. Und ich will auch etwas für eine stärkere Sozialdemokratie tun." Lanz blieb unbeeindruckt dran: "Das meine ich doch. Das können Sie doch gut, wenn Sie Parteichef sind."

Heil blockte den Moderator ab: "Ich führe aber keine Personaldebatten, auch wenn Sie das wollen." Auch auf die direkte Nachfrage - "Hätten Sie Lust auf Parteichef?" -, blieb Heil ausweichend: "Ich will meinen Beitrag leisten - wo auch immer -, dass diese Partei, die mir am Herzen liegt, wieder stärker wird." Als Lanz nachsetzte - "Schließen Sie es aus?" -, wiederholte Heil trocken: "Ich führe keine Personaldebatten." Lanz deutete das prompt als Signal: "Ich lese das so: Hubertus Heil (...) steht bereit." Journalist Marc Felix Serrao stimmte zu: ""Dementi klingt anders!"" Heil wollte darauf nicht näher eingehen und sagte abschließend genervt: "Das sind aber die üblichen Spielchen!"

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