Sie will Berlin bald regieren
Elif Eralp: Linken-Frontfrau war bis 2025 Mitglied im linksextremen Verein "Rote Hilfe"
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
Berlin: Linke will Sondierungen mit SPD und Grüne
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Die Berliner Linke prüft Gespräche mit SPD und Grünen über eine mögliche Regierungsbildung. Nun sorgt die frühere Mitgliedschaft ihrer Wahlsiegerin Elif Eralp in der "Roten Hilfe" für Diskussionen.
Das Wichtigste in Kürze
Elif Eralp war während ihres Jurastudiums Mitglied der "Roten Hilfe" und trat 2025 aus dem Verein aus.
Der Verfassungsschutz stuft die Organisation als linksextremistisch ein und kritisiert ihre Unterstützung linksextremistischer Straftäter:innen.
Die Berliner Linke erklärt, Eralp sei über Jahre passives Mitglied gewesen und habe ihre Mitgliedschaft transparent angegeben.
In Berlin stehen Gespräche zwischen Linken, SPD und Grünen über eine mögliche Regierungsbildung an. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Wahlsiegerin der Linken, Elif Eralp, Regierende Bürgermeisterin werden könnte.
Nun sorgt eine frühere Mitgliedschaft Eralps in der "Roten Hilfe" für politische Diskussionen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtete, dass Eralp jahrelang Mitglied des Vereins gewesen sein soll. Nach Angaben des Berichts trat sie 2025 aus – kurz bevor sie zur Spitzenkandidatin der Berliner Linken nominiert wurde.
Verfassungsschutz stuft Verein als linksextremistisch ein
Der Verfassungsschutz bezeichnet die "Rote Hilfe" in seinem aktuellen Bericht als die "größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus". Als wichtigstes Tätigkeitsfeld nennt die Behörde die Unterstützung linksextremistischer Straftäter:innen.
Dem Verfassungsschutz zufolge deuteten die Auswahl und die Begründung der Unterstützungsfälle darauf hin, dass die Organisation Gewalt als politisches Mittel nicht nur befürworte, sondern auch unterstütze. Der Verein selbst stellt seine Arbeit als Unterstützung von Menschen dar, die wegen politischer Aktivitäten mit Strafverfahren konfrontiert sind.
Auch in den News:
Unterstützung unter bestimmten Bedingungen
Nach Angaben der "FAZ" kann die "Rote Hilfe" unter anderem Straf- und Bußgelder von politisch links eingeordneten Beschuldigten unterstützen. Voraussetzung sei jedoch, dass die Betroffenen in Strafverfahren nicht mit Polizei und Justiz kooperieren und sich nicht von ihren Taten distanzieren.
Die Organisation ist deshalb seit Jahren politisch umstritten. Kritiker:innen werfen ihr vor, auch gewalttätige Straftäter:innen zu unterstützen. Befürworter:innen sehen in ihr dagegen eine Rechtshilfeorganisation, die Menschen bei Verfahren mit politischem Hintergrund begleitet.
Linke erklärt Eralps Mitgliedschaft
Die Berliner Linkspartei bestätigte gegenüber der "FAZ", dass Eralp während ihres Jurastudiums in die "Rote Hilfe" eingetreten sei. Sie habe Menschen unterstützen wollen, die sich für linke und soziale Themen engagierten, sich aber keinen Anwalt leisten könnten.
Nach Angaben der Partei sei Eralp anschließend über Jahre lediglich passives Mitglied gewesen. Über ihre Mitgliedschaft habe sie auf der Internetseite des Berliner Abgeordnetenhauses transparent informiert.
Im vergangenen Jahr sei Eralp aus dem Verein ausgetreten. Als Grund nannte die Linke teilweise unterschiedliche politische Ansichten. Der Austritt erfolgte demnach noch vor ihrer Nominierung zur Spitzenkandidatin für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.
Die frühere Mitgliedschaft könnte nun die Gespräche mit SPD und Grünen belasten. Ob sie Auswirkungen auf eine mögliche Zusammenarbeit hat, ist offen. Die drei Parteien müssen zunächst ausloten, ob es ausreichende politische Gemeinsamkeiten für ein Regierungsbündnis gibt.
Verwendete Quellen:
FAZ: "Elif Eralp war bis 2025 Mitglied in einem linksextremen Verein"
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