Staatsanwaltschaft ermittelt

Unterlassene Hilfe? Elfjähriger bei Klassenfahrt womöglich an Kuhmilch-Allergie gestorben

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Warnhinweis für Allergie-Medikament

Videoclip • 01:11 Min • Ab 12


Wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung wird gegen die Lehrkräfte eines Jungen ermittelt, der in einem Schullandheim in der Region Hannover gestorben war. Offenbar hatte diese einen allergischen Schock ihres Schülers nicht behandelt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nachdem ein Elfjähriger in Niedersachsen starb, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen dessen Lehrkräfte.

  • Die Obduktion deutet auf Tod durch einen allergischen Schock hin.

  • Dieser könnte etwa durch eine Kuhmilch-Allergie ausgelöst worden sein.

Nach dem Tod eines elfjährigen Schülers während einer Klassenfahrt in Niedersachsen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen zwei Lehrkräfte. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, steht einer Sprecherin der Anklagebehörde zufolge der Verdacht der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen im Raum. Weitere Details zu den Vorwürfen nannte sie nicht, für die Tatverdächtigen gelte die Unschuldsvermutung. Zunächst hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet.

Der Junge hatte am 18. Juni in einem Schullandheim in Aerzen im Landkreis Hameln-Pyrmont über Atemnot geklagt und das Bewusstsein verloren. Er musste reanimiert werden. Die Lehrkräfte leiteten Rettungsmaßnahmen ein und wurden telefonisch von der Rettungsleitstelle angeleitet. Ein Hubschrauber wurde alarmiert. Alle Rettungsversuche blieben ohne Erfolg. Der Junge wurde nach etwa 40 Minuten für tot erklärt.


Polizei fand keine Hinweise auf Fremdverschulden

Nach dem Vorfall hatte die Polizei zunächst mitgeteilt, es läge kein Fremdverschulden vor. Das vorläufige Obduktionsergebnis weist der Sprecherin zufolge nun jedoch auf einen anaphylaktischen Schock als Todesursache hin. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche allergische Reaktion.

Der Elfjährige habe etwa allergisch auf Kuhmilch reagiert. Ob dies mit seinem Tod in Zusammenhang stehe, werde ermittelt, ebenso wie der Auslöser des möglichen anaphylaktischen Schocks. Die Sprecherin sagte weiter, die Staatsanwaltschaft habe ein allergologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses liege bisher nicht vor. Hinweise auf andere mögliche Todesursachen gebe es nicht.

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Notfall-Pen dabei, aber nicht verwendet

Der Sprecherin der Staatsanwaltschaft zufolge hatte es etwa 20 Minuten vor dem Zusammenbruch des Jungen ein gemeinsames Mittagessen gegeben. Geklärt werden solle auch, was in diesen 20 Minuten vorgefallen sei. Für die Klassenfahrt hatte der Elfjährige den Angaben nach einen Notfall-Pen mit Adrenalin dabei – dieser kam aber nicht zum Einsatz. Etwa 40 Minuten nach dem Einsetzen der Bewusstlosigkeit war der Junge tot, schreibt die "Bild"-Zeitung.

Während des Einsatzes im Juni wurden rund 50 Schulkinder aus vierten Klassen einer Grundschule in der Region Hannover von den Lehrkräften betreut und von den Rettungsmaßnahmen ferngehalten. Notfallseelsorger:innen kümmerten sich sowohl um die Kinder als auch um die Lehrkräfte.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

haz.de: "Nach Tod eines Elfjährigen auf Klassenfahrt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Lehrkräfte"

ndr.de: "Schüler stirbt auf Klassenfahrt: Ermittlungen gegen zwei Lehrkräfte"

bild.de: "Ermittlungen gegen zwei Lehrkräfte: Kuhmilch-Allergie! Junge (11) stirbt bei Klassenfahrt"

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