Kältefront im Freistaat

Wintersturm "Elli": Viele Unfälle und geschlossene Schulen in Bayern

Veröffentlicht:

von Chiara Damnitz

Autos am Donnerstagabend auf der Autobahn A96 in Schwaben.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa


Schnee und Eis haben den Verkehr in Bayern stark beeinträchtigt. Bei Unfällen starben drei Menschen, vielerorts fällt der Unterricht aus.

Mehrere Dutzend Verkehrsunfälle

Der Wintersturm "Elli" hat in Bayern auf glatten Straßen mehrere Dutzend Verkehrsunfälle nach sich gezogen. Bei zwei tödlichen Unfällen kamen in der Oberpfalz und Niederbayern drei Menschen ums Leben. Darüber hinaus wurden mehrere Menschen bei Unfällen verletzt. Meist blieb es nach Angaben der Polizei jedoch bei Blechschäden. 

Stellwerk in München ausgefallen, Flugverkehr läuft normal

Der Bahnverkehr wurde laut DB am Morgen vor allem am Münchner Hauptbahnhof wegen eines Stellwerksausfalls in Mitleidenschaft gezogen. Am Münchner Flughafen liefen Starts und Landungen weitestgehend planmäßig. 

In achtzehn Städten und Landkreisen fiel wegen glatter Straßen und Schnees der Unterricht an den Schulen aus. Das Sturmtief sollte im Laufe des Tages abziehen, der Deutsche Wetterdienst sagte für die Nacht zum Samstag wieder kältere Temperaturen und Schneefall bis in die Niederungen voraus, allerdings keine großen Schneemengen.

Viele Unfälle in Ostbayern

Ein Schwerpunkt des Unfallgeschehens waren Niederbayern und die Oberpfalz. Im Kreis Dingolfing-Landau kam es am Morgen zu einem Unfall mit zwei Toten auf der Staatsstraße 2732 zwischen Griesbach und Frichlkofen, laut Polizeipräsidium war ein Fahrer ins Schleudern geraten und sein Wagen mit einem entgegenkommenden Auto kollidiert. Zwei Insassen starben. Ansonsten wurden laut Polizeipräsidium Niederbayern bei rund 30 Unfällen einige Menschen leicht verletzt, in der Mehrheit der Fälle blieb es bei Blechschäden. 

Das Polizeipräsidium Oberpfalz meldete 24 Verkehrsunfälle. Auf einer Staatsstraße bei Kirchenthumbach (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) kam ein 52 Jahre alter Autofahrer ums Leben, nachdem er in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen und mit seinem Wagen gegen einen Baum geprallt war. Die Autobahn 3 wurde nach einem Unfall mit einem Lkw und zwei Autos in Fahrtrichtung Nürnberg vorübergehend gesperrt. 

Auch im südlichen Oberbayern rückte die Polizei zu zahlreichen Einsätzen aus, teils handelte es sich um Unfälle, teils um liegengebliebene Fahrzeuge. Es gab nach Angaben eines Sprechers einige Leicht-, aber keine Schwerverletzten. In Mittelfranken berichtete die Polizei über etwa zwei Dutzend Einsätze und wenige Leichtverletzte. 

In Unterfranken bleiben Lkw auf Autobahnen liegen 

In Unterfranken rutschte auf der Autobahn 70 bei Gochsheim (Kreis Schweinfurt) ein Lastwagen in die Mittelleitplanke, so dass die Polizei die Strecke in Richtung Schweinfurt sperrte. Etwa zwei Dutzend Lastwagen blieben auf der schneebedeckten Autobahn 7 bei Oberthulba im Landkreis Bad Kissingen liegen. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks wurden die Lastkraftwagen angezogen, bis sie weiterfahren konnten. 

Auch auf einer Steigung der Autobahn 71 bei Mellrichstadt (Landkreis Rhön-Grabfeld) blieben am frühen Morgen mehrere Lkw zeitweise stecken, bis die Fahrbahn geräumt war. In Schwaben lief der Verkehr laut Polizei normal.

Beeinträchtigungen bei der Bahn

Im Bahnverkehr fiel am Vormittag ein Stellwerk am Münchner Hauptbahnhof aus, so dass an Bayerns größtem Bahnhof laut DB Regio an Bayerns die Züge weder ein- noch ausfahren konnten. Der Schaden war demnach gegen 8.30 Uhr wieder behoben. 

Abgesehen davon gab es auf mehreren Regionalstrecken Verspätungen und Störungen, unter anderem auf der Linie zwischen Landshut und Regensburg. Am Münchner Flughafen lief der Flugverkehr weitestgehend planmäßig: Beide Startbahnen waren in Betrieb, wie ein Sprecher sagte. Einige Flüge wurden allerdings wegen Störungen an anderen Flughäfen abgesagt. 

Viele Schulen geschlossen

Wegen glatter Straßen blieben die Schulen in 18 Städten und Landkreisen Bayerns von Niederbayern bis Unterfranken geschlossen. Das teilten die Kommunen auf der Webseite "Unterrichtsausfall.Bayern.de" des Kultusministeriums mit. In der Oberpfalz findet flächendeckend kein Präsenzunterricht statt, das sind die Landkreise Neumarkt in der Oberpfalz, Neustadt an der Waldnaab, Amberg-Sulzbach, Schwandorf, Tirschenreuth, Cham und Regensburg, außerdem die Städte Weiden, Amberg und Regensburg.

In Niederbayern sagten die Behörden in Landshut und Passau - jeweils Stadt und Landkreis - den Unterricht ab, außerdem in den Landkreisen Kelheim und Rottal-Inn. In Unterfranken sollen die Schülerinnen und Schüler in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen zuhause bleiben. 

Distanzunterricht möglich

Dies bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass der Unterricht in diesen 18 Städten und Landkreisen komplett ausfallen würde. Das Landratsamt Landshut wies ausdrücklich darauf hin, dass die Schulleitungen eigenständig entscheiden, ob der Unterricht per Videokonferenz stattfindet. 

Abgesehen von den 18 Städten und Kreisen sagte noch das Landratsamt Schweinfurt den Schulunterricht in einer einzigen Gemeinde ab, und zwar im Markt Stadtlauringen. Im Landkreis Coburg fiel der Unterricht an der Grund- und Mittelschule in Seßlach aus. 

Nächste Kaltfront im Anmarsch

Nach dem Abzug des Sturmtiefs sagt der Deutsche Wetterdienst für Bayern die nächste Kaltfront mit Schneefall bis in die Täler voraus. Zunächst erwarten die Meteorologen am Vormittag noch in Unter- und Mittelfranken sowie in Schwaben und Oberbayern sehr windiges bis stürmisches Wetter mit Böen um 60 Kilometer pro Stunde, auf den Alpengipfeln im Südwesten Bayerns zum Teil auch schwere Sturmböen.

In der Nacht zum Samstag soll die Schneefallgrenze bis in die Niederungen absinken. Allerdings erwarten die Meteorologen nicht sehr viel Schnee: in den Staulagen der Mittelgebirge und in den Alpen zehn bis fünfzehn Zentimeter, in tiefer gelegenen Regionen gebietsweise einen bis fünf Zentimeter. Die Straßen könnten wieder glatt werden.

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Verwendete Quelle:

Nachrichtenagentur dpa


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