Verfahren wegen versuchten Mordes
Angriff wegen Israel-Anstecker: Mann bei Würzburg schwer verletzt
Veröffentlicht:
von Alice Majewski17:30 SAT.1 Bayern
Antisemitisches Motiv? Mann mit Israel-Anstecker angegriffen
Videoclip • 41 Sek • Ab 12
Ein Mann geht mit einer Israel-Flagge am Revers spätabends durch eine Gemeinde bei Würzburg, als er von einem jungen Mann angesprochen wird. Kurz darauf geht der 20-Jährige auf ihn los.
65-Jähriger nach Angriff schwer verletzt
Ein Mann mit einer Israelflagge am Revers ist in Unterfranken angegriffen und schwer verletzt worden. Man gehe von einer israelfeindlichen oder antisemitischen und islamistischen Motivation des 20 Jahre alten Angreifers aus, teilten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft München mit. Dort übernahm der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz das Verfahren wegen versuchten Mordes. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.
Mutmaßlicher Täter noch vor Ort gefasst
Der Verdächtige soll den 65-Jährigen unter anderem gegen den Kopf getreten haben. Das Opfer befinde sich nach dem Angriff am späten Sonntagabend nicht in Lebensgefahr. Bei der Festnahme des Verdächtigen sei ein Polizist leicht verletzt worden.
Der mutmaßliche Angreifer mit syrischer Staatsbürgerschaft sei noch vor Ort in Höchberg bei Würzburg festgenommen worden und sitze inzwischen in Untersuchungshaft, hieß es von den Ermittlungsbehörden. Er sei in der Vergangenheit bereits strafrechtlich unter anderem wegen Körperverletzung in Erscheinung getreten.
DIG-Präsident: Freunde Israels müssen um ihr Leben bangen
Bei dem Schwerverletzten handle es sich um ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) in Würzburg, teilte die Organisation mit. Er sei wegen seines Ansteckers israelfeindlich angesprochen und während des Gesprächs plötzlich ins Gesicht geschlagen worden.
Als der Mann schon wehrlos am Boden gelegen habe, habe der Angreifer "weiter brutal auf Kopf und Körper" eingetreten, teilte die DIG mit. Das Opfer habe "unter anderem Kopfverletzungen und einen Knochenbruch" erlitten und werde auf der Intensivstation behandelt.
DIG-Präsident Volker Beck sagte, er sei "schockiert" über den Angriff, und forderte eine "rasche und harte Bestrafung" des Angreifers. "Wer sich als Freund oder Freundin Israels oder als jüdisch erkennbar macht, muss um sein Leben bangen", sagte Beck. "Das darf nicht mehr toleriert werden und dem Klima, das solche Taten begünstigt, muss von Demokratinnen und Demokraten klipp und klar entgegengetreten werden."
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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