Landesfrauenratspräsidentin findet klare Worte
Ungleichgewicht in Kommunalpolitik: Frauenanteil "erschreckend"
Veröffentlicht:
von Magdalena FürstEine Hand wirft einen roten Briefwahlumschlag in den Briefkasten.
Bild: Daniel Vogl/dpa
In den allermeisten Rathäusern und Landratsämtern in Bayern regieren auch nach der aktuellen Kommunalwahl Männer. Die Präsidentin des Landesfrauenrats findet klare Worte.
Frauenanteil in kommunalen Spitzenämtern "erschreckend"
Die Präsidentin des bayerischen Landesfrauenrats, Monika Meier-Pojda, findet es "erschreckend", dass bei den Wahlen nur wenige Frauen kommunale Spitzenämter erreicht haben. "Keine der 25 kreisfreien Städte in Bayern wird von einer Frau regiert. Im Jahr 2020 waren es immerhin noch drei", sagte sie auf Anfrage. Auch gebe es nur sehr wenig Landrätinnen im Freistaat.
"Aber gerade da, wo Demokratie ihre Basis hat und das Lebensumfeld der Menschen unmittelbar betroffen ist, müssen Frauen in besonderem Maße ihre Erfahrungen, Sichtweisen und Kompetenzen einbringen", sagte Meier-Pojda weiter.
Wo sind die Hürden?
"Dieses nach wie vor bestehende Ungleichgewicht in der Kommunalpolitik spiegelt nicht die gesellschaftliche Realität und Struktur wider. Denn Frauen machen die Hälfte der Bevölkerung aus, was allerdings von der aktuellen politischen Lage in den Kommunen nicht repräsentiert wird." Ein erster Schritt sei es, Barrieren und Gründe zu identifizieren, die Frauen daran hindern, eine aktive Rolle in der Kommunalpolitik zu übernehmen.
Die Hindernisse seien auf den ersten Blick vielfältig. Meier-Pojda verwies auf männlich dominierte Strukturen, tradierte Rollenzuschreibungen, die Scheu vor Anfeindungen oder Konflikten. "Ein weiterer Grund, der Frauen den Weg in die Politik erschwert oder gar verhindert, ist die erwiesene Mehrfachbelastung, mit der sich Frauen konfrontiert sehen."
Frauen wollen hartnäckig bleiben
Meier-Pojda versprach: "Wir sind hartnäckig, wir bleiben dran! Nach den nächsten Kommunalwahlen in Bayern müssen wir einer anderen Realität ankommen." Die Initiative "Bavaria ruft!" werde man weiterhin unterstützen, um für Frauen in politischen Ämtern zu werben.
Der Landesfrauenrat ist ein Zusammenschluss von derzeit 58 Frauenverbänden und Frauengruppen. Er agiert nach eigenen Angaben überkonfessionell, überparteilich und unabhängig.
Weitere News:
Kommunalwahlen in Bayern: Fünf Lehren
Kommunalwahl in Bamberg: Huml scheitert bei der OB-Wahl
Gender Pay Gap in Bayern: Frauen im Schnitt schlechter bezahlt
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
Alle Videos bei Joyn:
SAT.1 Bayern verpasst? Hier ansehen:
Mehr entdecken

Einreise nach Deutschland
Souvenir aus Pythonleder beschlagnahmt? Zoll in München warnt Reisende

Fernverkehr in Bayern
Bahn in Bayern meldet Hitzeschäden: Welche Strecken sind betroffen?

Himmelsereignis im Freistaat
Sonnenfinsternis am Mittwoch: Wo kann ich sie am besten sehen? Infos im Überblick

Trockenheit in Bayern
Waldbrand bei Alzenau: Flammen-Ausbreitung gestoppt

Wettervorhersage
Wetter in Bayern: Hochsommer mit über 30 Grad bleibt

Bier-Manager
Erdinger-Brauerei-Pionier: Werner Brombach gestorben

Zeckengefahr
Zecken in Bayern: Bereits 175 FSME-Fälle in diesem Jahr

Wettervorhersage
Wetter in Bayern: Bis zu 36 Grad und vereinzelt kräftige Gewitter

Drei Autos zusammengestoßen
Neun Verletzte bei Unfall in Schwaben: Sekundenschlaf wohl Ursache


