Hohes Suchtpotenzial
Sportwetten in Bayern zur WM: Rote Karten gegen Werbung?
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von Magdalena ArtnerDie Suchtgefahr steigt aus Sicht von Experten zur WM.
Bild: Thomas Baur/Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern/dpa
Live-Wetten und überall Werbung für den schnellen Gewinn: Die Suchtgefahr steigt aus Sicht von Experten zur WM. Was hinter einer Aktion mit Roten Karten in Kneipen steckt.
Hohes Suchtpotenzial durch Sportwetten
Rund zwei Milliarden Euro werden nach Angaben der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) jährlich bei Sportwetten in Deutschland verloren. Zur Fußball-Weltmeisterschaft warnt die Organisation deshalb: "Sportwetten sind kein harmloser Spaß, sondern Glücksspiel mit einem hohen Suchtpotenzial."
90.000 Rote Karten gegen Sportwetten
In Kneipen in ganz Bayern will die Landesstelle Glücksspielsucht deshalb nun zur WM rund 90.000 Rote Karten auslegen. Und sie fordert, die Werbung für Sportwetten deutlich einzuschränken, so wie für andere Glücksspiele auch. "Sport sollte für Fairness, Gemeinschaft und Freude stehen – nicht als Einfallstor für Glücksspielrisiken dienen", warnt die Organisation.
Der Suchtexperte Konrad Landgraf erklärt die Hintergründe: "Sportwetten werden von der Glücksspielindustrie äußerst geschickt und gezielt als emotionaler Teil des Spiels inszeniert. Das Problem ist aber, dass viele Menschen dadurch das Bewusstsein dafür verlieren, dass sie echtes Geld einsetzen und reale Risiken eingehen."
Sportwettenwerbung "nahezu allgegenwärtig"
Der Experte kritisiert, Wettanbieter seien vor allem beim Fußball "massiv" präsent. "Ob im Fernsehen, im Internet, über Sponsoring im Profisport oder über Social Media – Werbung für Sportwetten ist nahezu allgegenwärtig und vermittelt vielen Menschen das Gefühl, das Tippen auf Spielergebnisse sei ein normaler, risikofreier Zeitvertreib." Dabei bringe die Werbung viele Menschen überhaupt erst zum Glücksspiel.
Millionen für Werbung
Nach Angaben Landgrafs hat die Glücksspielindustrie 2025 mehr als 600 Millionen Euro für Werbung ausgegeben. Und er beklagt: "Während die Glücksspielindustrie über extrem hohe Mittel für Werbung verfügt, sind die Budgets, die für Präventionskampagnen zur Verfügung stehen, sehr gering."
Besonders gefährlich seien Live-Wetten, schnelle Spielzyklen und permanente Verfügbarkeit via Smartphone. Daraus entstehe eine Dynamik, die impulsives Verhalten begünstige und Kontrolle erschwere. Folgen einer Abhängigkeit könnten psychische Belastungen und erhebliche finanzielle Schwierigkeiten bis hin zur Existenzgefährdung sein, aber auch familiäre Konflikte.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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