Autoindustrie

Einbruch von fast 87 Prozent: Audi rutscht fast in die roten Zahlen

Veröffentlicht:

von Anne Funk

17:30 SAT.1 Bayern

Gewinneinbruch bei Audi: Mitarbeiter in Ingolstadt verunsichert

Videoclip • 01:52 Min • Ab 12


Die Krise trifft Audi immer härter. Im dritten Quartal fahren die Ingolstädter nur noch einen vergleichsweise winzigen Gewinn ein. Und parallel steht Unternehmenschef Döllner weiter unter Druck.

Der Autobauer Audi hat im dritten Quartal 2026 nur knapp die roten Zahlen vermieden. Nach Steuern verdiente die VW-Tochter lediglich 95 Millionen Euro – ein Einbruch von 87 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als der Gewinn noch bei 718 Millionen Euro gelegen hatte.

Nach neun Monaten kommt Audi auf einen Gesamtgewinn von 1,22 Milliarden Euro und einen Umsatz von 42 Milliarden Euro – beides deutliche Rückgänge. Angesichts des schlechten dritten Quartals passt der Konzern nun seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten an, wobei Finanzchef Jürgen Rittersberger jedoch betont, dass sich das vierte Quartal wieder verbessern werde.

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Audi-Finanzchef: Handlungsbedarf duldet keinen Aufschub

Als Hauptursachen für die schwache Entwicklung nennt Audi den Markteinbruch in China – vor allem bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor –, die steigende Wettbewerbsintensität sowie den zunehmenden Exportdruck chinesischer Hersteller auf den europäischen Markt.

Hinzu kommen Belastungen durch die US-Zölle, die Audi besonders hart treffen, da der Konzern – anders als etwa BMW – bisher kein eigenes Werk in den USA betreibt. Die weltweiten Auslieferungen der Kernmarke lagen im dritten Quartal bei lediglich 314.905 Fahrzeugen, was einem Rückgang von fast einem Fünftel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Rittersberger fasste die Lage deutlich zusammen: "Die Kennzahlen zeigen deutlich: Der Handlungsbedarf bei Audi ist hoch und duldet keinen Aufschub."


Zusätzlicher Druck durch Döllners Trump-Auftritt

Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Problemen steht Audi-Chef Gernot Döllner unter erheblichem Druck. Er war am vergangenen Wochenende überraschend gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung aufgetreten, bei der Trump den Bau eines neuen Audi-Werks im US-Bundesstaat Georgia mit 4.500 Arbeitsplätzen verkündete.

Döllner dankte Trump anschließend öffentlich für dessen Unterstützung – ein Auftritt, der intern als Verstoß gegen Audis eigene Richtlinien gewertet wird, die solche Auftritte kurz vor Wahlen ausschließen, und der bis hin zu Rücktrittsforderungen geführt hat.
Der Audi-Aufsichtsrat trifft sich noch am Freitag (30. Oktober) zu einer außerplanmäßigen Sitzung, bei der diese Vorgänge ebenfalls Thema sein dürften.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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