Geschlechtsspezifische Unterschiede
Klassische Geschlechterrollen: Bayerns Arbeitsmarkt geprägt
Veröffentlicht:
von Josefine EnkeMänner arbeiten in Technik und Fertigung, Frauen in Gesundheits- und Sozialberufen: Der Arbeitsmarkt in Bayern zeigt deutliche Unterschiede nach Geschlechtern. (Symbolbild)
Bild: Armin Weigel/dpa
Die Tochter wird Arzthelferin, der Sohn Metallbauer – was nach einem Klischee klingt, ist in Bayern noch immer weit verbreitet. Auch in den Führungsetagen gibt es ausgeprägte Geschlechterunterschiede.
Unterschiede in Führungspositionen
Klassische Geschlechterrollen prägen weiterhin Bayerns Arbeitsmarkt – auch bei den Führungspositionen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. "Ergebnisse des Mikrozensus 2025 zeigen, dass Frauen nach wie vor überwiegend in Berufen im Sozial- oder Gesundheitswesen arbeiten, Männer hingegen eher in fertigungstechnischen Berufen", teilte das Statistische Landesamt in Fürth mit. Zugleich habe der Anteil weiblicher Führungskräfte im vergangenen Jahr bei 29 Prozent gelegen – ein Plus von gerade einmal zwei Prozentpunkten binnen zehn Jahren.
"Geschlechterspezifische Unterschiede deutlich erkennbar"
Dem Statistischen Landesamt zufolge sind auf dem bayerischen Arbeitsmarkt "geschlechterspezifische Unterschiede deutlich erkennbar: So sind weibliche Erwerbstätige nach wie vor besonders häufig in Gesundheitsberufen, in sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen und in Berufen in Unternehmensführung und -organisation beschäftigt." In diesen Berufssegmenten liege der Anteil der Frauen bei über 60 Prozent, bei Gesundheitsberufen sogar bei 78 Prozent.
"Männliche Erwerbstätige arbeiten hingegen häufig in fertigungstechnischen Berufen, Verkehrs- und Logistikberufen sowie Bau- und Ausbauberufen", hieß es weiter. Ihr Anteil liege in diesen Segmenten bei über 75 Prozent, bei Bau- und Ausbauberufen sogar bei 90 Prozent.
Belegschaft weiblich – Führungsetage männlich
Ein auffälliges Geschlechterverhältnis findet sich auch bei den Führungskräften in Bayern: Unter den 775.000 Menschen mit Entscheidungsbefugnis über Personal, Budget und/oder Strategie sind 71 Prozent männlich und 29 Prozent weiblich. Einzig in sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen und in Gesundheitsberufen gibt es mehr Chefinnen als Chefs. "In fertigungstechnischen Berufen, Fertigungsberufen und Bau- und Ausbauberufen, in denen überwiegend Männer beschäftigt sind, liegen auch die Anteile männlicher Führungskräfte mit 90 Prozent oder mehr am höchsten", ergänzte das Landesamt.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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