Antisemitischer Anschlag
Anschlag 1970 in München: Einzeltäter legte Brand in jüdischem Altenheim
Veröffentlicht:
von Magdalena Fürst17:30 SAT.1 Bayern
Brandanschlag nach 56 Jahren geklärt? Rechtsextremer soll Feuer gelegt haben
Videoclip • 02:05 Min • Ab 12
1970 starben bei einem Brandanschlag auf ein jüdisches Altenheim sieben Menschen. Immer wieder wurde seitdem ermittelt. Nun legen sich die Behörden auf einen Verdächtigen fest.
Rechtsextremer Einzeltäter?
Mehr als 56 Jahre nach einem Brandanschlag auf ein jüdisches Seniorenheim in München mit sieben Toten ist die Generalstaatsanwaltschaft von einem rechtsextremen Einzeltäter überzeugt. Die Indizien sprächen deutlich dafür, dass ein mittlerweile verstorbener Mann das Feuer in dem jüdischen Gemeindehaus in der Reichenbachstraße gelegt habe, teilte die Behörde in München mit. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine Beteiligung weiterer Personen.
Die Generalstaatsanwaltschaft München hatte die Ermittlungen gegen Unbekannt im April 2025 wieder aufgenommen. Eine Zeugin habe glaubhafte Angaben zum Tatverdächtigen gemacht, so die Behörde. Da der Mann nicht mehr lebt, wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt. Es gelte zudem die postmortale Unschuldsvermutung.
Ermittler: Abschließende Bewertung nicht möglich
Bei den Ermittlungen ging es laut Generalstaatsanwaltschaft um mögliche weitere Beteiligte des Anschlags. Diesen Verdacht konnten die Ermittler aber nicht erhärten. Stattdessen verdichteten sich die Hinweise auf den damals 25-jährigen Einzeltäter, der als rechtsextrem und antisemitisch bekannt war. Da der Mann aber2020 starb, ist nach Angaben der Behörde eine abschließende rechtliche Bewertung nicht möglich.
Im Laufe der Jahrzehnte war immer wieder ermittelt worden. So hatte die Bundesanwaltschaft eine linksextremistische Gruppierung im Blick, doch 2017 stellte die Behörde das Verfahren ein. Trotz vorhandener Indizien reichten die Verdachtsmomente nicht für einen konkreten Tatverdacht aus, hieß es damals.
Sieben Holocaustüberlebende sterben
Das Feuer im Treppenhaus des jüdischen Gemeindehauses war am 13. Februar 1970 ausgebrochen, kurz nach Ende eines abendlichen Gottesdienstes in der Synagoge. Die Bewohner eines dort untergebrachten Altenheimes wurden von den Flammen eingeschlossen. Die meisten der rund 30 Menschen konnten gerettet werden, doch sieben von ihnen starben. Nach Angaben der Ermittler handelte es sich um Holocaustüberlebende. 15 Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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