Gastgewerbe im Bayerischen Wald
"Keine Juden erlaubt": Hotel lehnt Buchung mit antisemitischer Begründung ab
Veröffentlicht:
von Magdalena FürstEin Hotelschlüssel steckt im Türschloss.
Bild: Swen Pförtner/dpa
Ein Hotel verweigert eine Buchung aus Israel - mit der Begründung, man beherberge keine Juden. Nun entschuldigt sich das Unternehmen.
Hotel lehnt Buchung aus Israel mit antisemitischer Begründung ab
Ein Hotel in Bayern hat eine Buchung aus Israel mit einer antisemitischen Begründung abgelehnt. Die israelische Generalkonsulin für Süddeutschland, Talya Lador, verurteilte das Verhalten des Hotels auf der Plattform X scharf. Demzufolge hatte dieses auf die Buchungsanfrage auf Englisch geantwortet: "Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt." Das Hotel "Zum Hirschen" in Lam in der Oberpfalz entschuldigte sich inzwischen per E-Mail bei dem Gast und lud diesen zu einem kostenlosen Urlaub ein.
"Das ist überhaupt nicht unser Weltbild", sagte Juniorchef Andreas Vogl auf Anfrage. "Es war definitiv falsch von uns, auf diese Art und Weise im Chat zu antworten", schrieb das Hotel dem Gast in einer E-Mail, die auch an die bayerische Staatskanzlei ging. Darin erläutern die Betreiber des Familienhotels, wie es zu der Äußerung kam. Demnach kämpfe das Hotel seit längerer Zeit mit gefälschten Buchungen und Phishing-Versuchen über eine große Buchungsplattform, bei denen Nutzerdaten gestohlen worden sein sollen.
Auch bei der Anfrage aus Israel habe man fälschlicherweise angenommen, dass es sich um einen Fake handele. "Es ist uns aber wirklich äußerst wichtig, dass Sie verstehen, dass diese Äußerung nicht im Hinblick auf Menschen jüdischen Glaubens gemacht wurden, sondern aus Ärger über die zahlreichen Fake-Buchungen", heißt es in dem Schreiben. "Das war nichtsdestotrotz inakzeptabel und darf so in einem professionellen Betrieb nicht passieren."
Hotel bekommt seither täglich Morddrohungen
In der E-Mail lud das Hotel den Gast und dessen Familie für eine Woche kostenlos in die Oberpfalz ein, "um uns persönlich kennenzulernen, und um Ihnen zu beweisen, dass wir keine schlechten Menschen sind, die andere diskriminieren".
Bei dem Hotel gehen nach Angaben von Vogl seither täglich Drohungen und Morddrohungen ein. Die Buchungsplattform habe das Hotel außerdem von der Plattform genommen. "Das ist ein Riesen-Problem", sagte Vogl. Er gehe aber nicht davon aus, dass sich trotz der Klarstellung daran etwas ändern werde.
Weitere News:
Holocaust-Bildungsstätte in München: Erstes Bildungszentrum außerhalb Israels
Israelisches Lokal attackiert: Betrieb möchte am Abend wieder öffnen
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
Alle Videos bei Joyn:
SAT.1 Bayern verpasst? Hier ansehen:
Mehr entdecken

Wettervorhersage
Wetter in Bayern: Regen und Gewitter trüben Fronleichnam

Beunruhigende Entdeckung in Schwaben
Bergunfall nahe Füssen: 58-Jähriger stürzt in den Tod

Oktoberfest 2026 in München
Wiesn-Maß wird teurer: Bleibt der Bierpreis unter 16 Euro?

Kriminalität in Niederbayern
Messer im Spiel: 15-Jähriger nach Raub in Arnstorf festgenommen

Viel Sonne, wenig Regen
Wetter in Bayern: Folgen der Rekord-Trockenheit?

Mögliches Urteil im Juli
Fahrgäste mit Axt in ICE attackiert: Prozess beginnt in Regensburg

Sorgearbeit als Karriereknick?
Care-Arbeit: Bayerns Väter nehmen am seltensten Kinderkranktage

Mann bei Mering mit Pfefferspray überwältigt
Fahrgäste im Regionalzug mit Scherben bedroht: Mann greift ein

SEK in Mittelfranken
Ehefrau in Thalmässing mit Waffe bedroht: 40-Jähriger in U-Haft


