Neue Broschüre
Warnung vor Krieg? Was das Bundesamt für Bevölkerungsschutz wirklich schreibt
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Warnt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz vor Krieg?
Videoclip • 57 Sek • Ab 12
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat in der vergangenen Woche eine neue Broschüre veröffentlicht. Dabei sorgt eine Passage zu einem möglichen Krieg offenbar teils für Verunsicherung. Was wirklich im Ratgeber steht.
In der vergangenen Woche, genauer am 13. Oktober, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) und Katastrophenhilfe einen grundlegend überarbeiteten Krisenratgeber präsentiert. Die Broschüre mit dem Namen "Vorsorgen für Krisen und Katastrophen" gibt die Behörde bereits seit Jahren heraus.
Dabei sorgt laut Google-Trends eine Woche später (20. Oktober) offenbar eine Passage für Aufregung, die teils als Kriegswarnung interpretiert wurde: "Selbst ein Krieg scheint nicht mehr so ausgeschlossen zu sein wie noch vor einigen Jahren", heißt es in der Einleitung des Ratgebers.
Doch aus dem Gesamtkontext herausgelöst, wird nur ein Teil der Information vermittelt – erst eingebettet in den zugehörigen Absatz lässt sich der Satz einordnen. Denn die Bemerkung zu einem potenziellen Kriegsfall steht nicht für sich, vielmehr wird auf weitere mögliche Krisen hingewiesen, zu denen neben Cyberangriffen beispielsweise auch Extremwetter gehören. Die Einleitung im Wortlaut.
Das steht wirklich in der Broschüre
"Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt. Dennoch erleben wir, dass auch in Deutschland Krisen unsere gewohnten alltäglichen Abläufe stören. Extreme Wetterereignisse nehmen zu. Durch Cyberattacken, Desinformation oder Sabotage finden Angriffe auf Infrastrukturen, Meinungsbildung und Zusammenhalt statt. Selbst ein Krieg scheint nicht mehr so ausgeschlossen zu sein wie noch vor einigen Jahren. Wenn etwas passiert, ist es besser, vorbereitet zu sein. Diese Broschüre unterstützt Sie dabei und zeigt Ihnen, wie Sie Extremsituationen möglichst sicher meistern."
BBK-Präsident: Viele von Weltlage beunruhigt
Ein potenzieller Kriegsfall steht also nicht im Zentrum des einleitenden Textes. Im Kontext anderer Risiken wird, bei geringerer Wahrscheinlichkeit, jedoch darauf verwiesen, dass sich die Bedrohungslage verändert hat.
Wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet, hatte BBK-Präsident Ralph Tiesler bei der Vorstellung der Broschüre gesagt, dass man gerade eine Weltlage erlebe, die viele beunruhige. "Mit unserem neuen Ratgeber möchten wir Unterstützung und Orientierung bieten, wo Menschen besorgt sind oder Informationsbedarf haben", so Tiesler weiter.
Im Ratgeber, der kostenlos in gedruckter Form, aber auch digital auf der Website des BBK sowie in der Warn-App NINA, lesbar ist, werden klassische Hinweise zur Notfallvorsorge um neue Inhalte erweitert. Neben Hinweisen zu Stromausfall oder Hochwasser zählen nun auch etwa der Schutz vor Explosionen sowie das Erkennen von Desinformation oder der Umgang mit psychischen Belastungen in Extremsituationen zu den Inhalten.
Verwendete Quellen
BBK Kompakt: "Vorsorgen für Krisen und Katastrophen"
Stuttgarter Zeitung: "Warnt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz vor Krieg?"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Drama in der Ostsee
Wal Timmy: Plan zur Rettung steht – Konzept wird noch geprüft

Mitarbeiter in Ungewissheit
Meta plant Entlassungswelle – aber investiert massiv in KI

Aufstrebendes Talent
Deutscher Sänger Rowli stirbt mit nur 23 Jahren

Wahl im Herbst
AfD wittert Wahlsieg in Sachsen-Anhalt – doch eine Hürde bleibt

Im Video
Gestrandete Wale: Was passiert mit den Kadavern der Tiere?

Hohe Spritkosten
Tankrabatt kommt! Bundestag beschließt Sprit-Entlastung

