Seitenhieb gegen europäische Medien

"USA nicht die Weltpolizei": Vance drängt Europa zu mehr Eigenverteidigung

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

:newstime

Vance: USA sind nicht die Weltpolizei

Videoclip • 01:24 Min • Ab 12


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Die USA ziehen Truppen ab und die NATO-Verbündeten reagieren empört, doch J.D. Vance dreht den Spieß um: Der Vizepräsident attackiert Europa. Insbesondere das Verhalten der hiesigen Medien ist Trumps Stellvertreter seit Langem ein Dorn im Auge.

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Vizepräsident J.D. Vance verteidigt den Rückgang der US-Truppen in Europa.

  • Gleichzeitig fordert er die Verbündeten unmissverständlich auf, ihre eigene Verteidigung ernster zu nehmen.

  • Auch einen Seitenhieb auf die europäischen Medien kann sich der Trump-Vize nicht verkneifen.

US‑Vizepräsident J.D. Vance hat anlässlich der geplanten Reduzierung der US-Truppen in Europa kräftig gegen Europa ausgeteilt – insbesondere die europäischen Medien. "Sehen Sie, mein ganzes Leben lang habe ich von den europäischen Medien ständig Gezeter darüber gehört, was in den USA alles falsch läuft. Wir haben dies nicht, wir haben das nicht, wir geben nicht genug für das Gesundheitswesen aus", sagte Vance bei einem Briefing im Weißen Haus. "Wenn die europäischen Medien den Präsidenten der Vereinigten Staaten angreifen wollen, müssen sie erst einmal in den Spiegel schauen."

Auslöser war die Entscheidung Washingtons, die Zahl der in Europa stationierten Kampfbrigaden von vier auf drei zu senken und damit auf den Stand von 2021 zurückzukehren. In diesem Zuge werden die bereits beschlossene Entsendung von rund 4.000 zusätzlichen Soldat:innen nach Polen vorerst gestoppt und innerhalb von zwölf Monaten etwa 5.000 US-Soldat:innen aus Deutschland abgezogen. Von einem massiven Rückzug könne keine Rede sein, betonte Vance: Es gehe um eine "standardmäßige Verzögerung bei einer Rotation" und eine begrenzte Umschichtung.


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Vance: Europa muss mehr Verantwortung übernehmen

Den Kern seiner Botschaft richtete Vance an die europäischen NATO-Staaten: Europa müsse mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen. Die USA könnten "nicht die Weltpolizei sein", sagte er mehrfach. Die Neuausrichtung der globalen Verpflichtungen solle Europa zu mehr Eigenständigkeit bewegen. Es sei "vernünftig", dass der Kontinent "etwas mehr Verantwortung für seine kontinentale Integrität" übernehme. Das sei kein Nachteil, sondern ein Anstoß: "Das ermutigt Europa, mehr Verantwortung zu übernehmen."

Vor allem aus Polen kamen kritische Nachfragen, nachdem die geplante Truppenverstärkung zunächst ausgesetzt wurde. Ein polnischer Reporter warf Washington vor, damit Wladimir Putin zu "belohnen" und einen der engsten Verbündeten zu "bestrafen". Vance wies dies entschieden zurück: Polen sei mit Unterstützung der USA in der Lage, sich zu verteidigen, und bleibe ein "vorbildlicher Verbündeter". Es handle sich um einen Aufschub, nicht um eine endgültige Absage – die Soldaten könnten auch an anderer Stelle in Europa stationiert werden.

Auch in den News:

Rund 100.000 US-Soldat:innen in Europa stationiert

Das Pentagon versicherte unterdessen, die USA würden eine "starke Militärpräsenz" in Europa und speziell in Polen aufrechterhalten. Insgesamt waren zuletzt rund 100.000 US-Soldat:innen in Europa im Einsatz, davon etwa 36.000 in Deutschland. Über die endgültige Stationierung weiterer Kräfte solle nach einer umfassenden Prüfung der US-Streitkräfte in Europa entschieden werden. Präsident Donald Trump nutzt die Debatte, um erneut die aus seiner Sicht unzureichenden europäischen Beiträge – etwa im Iran-Krieg – zu attackieren. Vance aber setzt vor allem auf eine Botschaft: Europa soll auf eigenen Beinen stehen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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