Thüringens Ministerpräsident

"Betrugsfall" Doktorarbeit? Plagiatsjäger erhebt Vorwürfe gegen Mario Voigt

Veröffentlicht:

von dpa

:newstime

Thüringen: Misstrauensvotum gegen Voigt (4. Februar)

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Hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt bei seiner Doktorarbeit geschummelt? Plagiatsjäger Stefan Weber wirft dem CDU-Mann Betrug vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neue Plagiatsvorwürfe gegen Ministerpräsident Mario Voigt: Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber spricht von einem "Betrugsfall".

  • Auch an den empirischen Inhaltsanalysen in Voigts Doktorarbeit zweifelt Plagiatsjäger Weber.

  • Zuvor wollte die Technische Universität Chemnitz dem CDU-Politiker die Doktorwürde entziehen – Voigt legte Einspruch ein.

Der als Plagiatsjäger bekannte Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber hat in einem von der Thüringer AfD-Fraktion beauftragten Gutachten neue Plagiatsvorwürfe gegen Ministerpräsident Mario Voigt erhoben. Weber sprach bei der Vorstellung des Papiers in Erfurt von einem "schwerwiegenden Plagiatsfall" und von einem "Betrugsfall".

Es seien 125 neue Plagiatsstellen in Voigts Doktorarbeit gefunden worden, insgesamt seien es nunmehr 265 Plagiatsstellen, so Weber. Das Gutachten wurde von der Thüringer AfD-Fraktion beauftragt und bezahlt.

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Weber hat Inhaltsanalysen im Verdacht

Weber warf Voigt Vorsatz vor. Seiner Einschätzung nach gibt es den Verdacht, dass Voigt auch im empirischen Teil seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet hat. Es gebe etwa Zweifel an der Durchführung von Inhaltsanalysen.

Die Technische Universität Chemnitz hatte im Januar entschieden, dem CDU-Politiker die Doktorwürde zu entziehen. Voigt wehrt sich dagegen und hat Widerspruch gegen die Entscheidung bei der Uni eingelegt. Nach Angaben seines Anwalts ist die Widerspruchsbegründung aktuell noch in Bearbeitung und soll demnächst eingereicht werden. Voigt selbst hatte nach Bekanntwerden der Uni-Entscheidung gesagt, der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit sei nicht betroffen.


AfD-Fraktionschef Höcke: Voigt sollte zurücktreten

Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke sagte dazu nun bei der Vorstellung des neuen Gutachtens: "Doch, der wissenschaftliche Kern der Dissertation von Mario Voigt ist von den Vorwürfen betroffen." Er forderte Voigt erneut zum Rücktritt auf.

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