Israel
Ultraorthodoxe verlassen Netanjahu-Regierung wegen Wehrpflichtgesetz
Veröffentlicht:
von ReutersBenjamin Netanjahus Regierung muss jetzt auf ultraorthodoxe Abgeordnete verzichten.
Bild: IMAGO/ZUMA Press Wire
Die ultraorthodoxe Partei Degel HaTorah verlässt die Regierung von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Begründet wird der Schritt mit einem abgelehnten Gesetzesentwurf, der Tora-Studenten vom Militärdienst befreien sollte.
In Israel hat die ultraorthodoxe Partei Degel HaTorah den Austritt ihrer Mitglieder aus der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt. Dies teilte die Partei, die mit der Partei Vereintes Tora-Judentum (UTJ) verbündet ist, am späten Montagabend (14. Juli) in einer Erklärung mit. Grund für den Austritt sei, dass ein Gesetzesentwurf zur Befreiung von Tora-Studenten vom Militärdienst nicht angenommen wurde.
Die jahrzehntelange Ausnahme für ultraorthodoxe Seminaristen von der allgemeinen Wehrpflicht war im vergangenen Jahr vom Obersten Gerichtshof gekippt worden. Das Gericht hatte entschieden, dass das Verteidigungsministerium diesen Personen keine pauschale Befreiung aus religiösen Gründen mehr gewähren darf und der Staat mit der Einberufung ultraorthodoxer jüdischer Studenten beginnen muss. Das Militär kündigte daraufhin an, jährlich etwa 3.000 Ultraorthodoxe rekrutieren zu wollen.
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Ultraorthodoxe waren lange von Wehrpflicht befreit
Angesichts des Kriegs im Gazastreifen und weiterer Einsätze hatte das israelische Militär Anfang Juli dieses Jahres die politisch umstrittene Einberufung von 54.000 ultraorthodoxen jüdischen Seminarstudenten angekündigt. Es sollten zwar wegen religiöser Belange besondere Vorkehrungen getroffen werden, aber die Einberufung sollte laut Militär noch im Juli beginnen.
Seit der Staatsgründung Israels 1948 waren auch ultraorthodoxe Juden zum Studium religiöser Schriften von der allgemeinen Wehrpflicht befreit. Allerdings lebten damals noch sehr wenige Ultraorthodoxe in Israel. Mittlerweile ist deren Bevölkerungsanteil auf 13 Prozent gestiegen.
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