Handelsstreit
Trumps Zölle: Werden die USA dadurch wirklich reicher?
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US-Präsident Donald Trump spricht im Mai im U.S. Steel-Werk Mon Valley Works-Irvin in West Mifflin, Pennsylvania.
Bild: David Dermer/AP/dpa
Die Einführung von Strafzöllen durch die Trump-Regierung sollte ursprünglich den US-Haushalt entlasten. Doch trotz gestiegener Zolleinnahmen bleibt der finanzielle Effekt begrenzt.
Trumps Zölle lassen US-Kassen klingeln - ein wenig
Die US-Häfen verzeichnen täglich hohe Einnahmen, wenn Arbeiter:innen deutschen Stahl oder europäische Autos entladen. Durch die von der Trump-Regierung eingeführten Strafzölle fließen erhebliche Geldmengen in den Staatshaushalt. Auf Stahl und Aluminium erhebt die Regierung 50 Prozent Aufschlag, auf Autos und Autoteile 25 Prozent. Auch der zehnprozentige Basiszoll auf alle anderen Waren bleibt bestehen. Laut Expert:innen der Universität von Pennsylvania hat der Zoll im laufenden Jahr bis zum 24. Juni rund 95,6 Milliarden Dollar eingebracht – ein Anstieg von fast 135 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie "ZDFheute" berichtet.
Strafzölle können Einkommenssteuer nicht ersetzen
Trotz dieser beeindruckenden Zahlen bleibt der Einfluss der Zolleinnahmen auf den US-Haushalt dem Bericht zufolge begrenzt. Die Einkommenssteuer, die mehr als das 25-fache der Zolleinnahmen generiert, bleibe die Hauptquelle für den US-Staatshaushalt. Im Jahr 2024 wird erwartet, dass sie 2,4 Billionen Dollar einbringen und damit die Hälfte des US-Haushalts abdecken. Die Zolleinnahmen wirken im Vergleich dazu unbedeutend. Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft beschreibt die Vorstellung, Strafzölle könnten die Einkommenssteuer ersetzen, als "hanebüchen".
US-Importeure müssen blechen - nicht China oder Deutschland
Trumps Behauptung, andere Länder wie Deutschland oder China müssten die Zölle zahlen, ist irreführend. Tatsächlich sind es die amerikanischen Importeure, also Unternehmen aus den USA selbst, die die Zölle zahlen. Dadurch treffen die höheren Zölle die eigene Wirtschaft. Vor der Einführung der Zölle hatten sich viele US-Firmen mit Waren eingedeckt, was zu einem sprunghaften Anstieg der Importzahlen aus China führte. Trotz dieser Maßnahmen blieb die Inflation bisher moderat.
Expert:innen warnen jedoch, dass dies nur eine Atempause sein könnte. Wenn die Vorräte schwinden und die Margen weiter sinken, dürften die Preise steigen. Bereits jetzt leidet die Verbraucherstimmung in den USA unter der Unsicherheit durch die Zollpolitik.
Zölle nur "Tropfen auf dem heißen Stein"
Das Haushaltsdefizit der USA ist im Geschäftsjahr 2024 auf 1,8 Billionen Dollar gestiegen – das drittgrößte in der Geschichte des Landes. Angesichts des immensen Schuldenbergs sind die Zolleinnahmen nur "ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Sultan "ZDFheute". Sollte Trump die Zölle weiter erhöhen, könnten die Preise zu stark steigen. "Dann tritt eher der Effekt ein, dass weniger importiert wird und die Zolleinnahmen sinken", gibt Sultan zu Bedenken. Werde die "Big Beautiful Bill", wie Trump sein Steuersenkungsgesetz, das inzwischen vom US-Senat angenommen wurde, nennt, umgesetzt, dann stiegen die Schulden noch weiter.
Verwendete Quellen:
"ZDFheute": "Wer zahlt wirklich für Trumps Zölle?"
Nachrichtenagentur dpa
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