Unmut bei den Republikanern
Teurer Sprit könnte Trump die Midterms kosten
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von Benedikt Rammer:newstime
Trump: Geplanter Angriff auf Iran abgesagt
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Steigende Benzinpreise und anhaltend hohe Lebenshaltungskosten setzen US-Präsident Donald Trump unter Druck. Eine neue Umfrage zeigt: Selbst in der eigenen Partei wächst die Unzufriedenheit mit seiner Wirtschaftspolitik – und das könnte für die Republikaner bei den Kongresswahlen 2026 zum Problem werden.
Das Wichtigste in Kürze
Laut einer neuen Umfrage sind 37 Prozent der Republikaner:innen mit Trumps Wirtschaftspolitik unzufrieden, deutlich mehr als noch im Februar.
Vor allem steigende Benzinpreise und hohe Lebenshaltungskosten könnten für Trump und seine Partei bei den Midterms zum Problem werden.
Bei der Migrationspolitik bleibt Trump in der eigenen Partei stark, doch wirtschaftlich wächst der Druck spürbar.
US-Präsident Donald Trump verliert bei einem zentralen politischen Thema an Rückhalt: der Wirtschaft. Nach einer neuen Umfrage des Norc-Instituts in Zusammenarbeit mit der Nachrichtenagentur American Press sind 37 Prozent der Republikaner:innen mit Trumps Wirtschaftspolitik unzufrieden. Im Februar lag dieser Wert noch bei 21 Prozent. Das deutet darauf hin, dass sich die Stimmung in einem wichtigen Teil seiner eigenen Wählerbasis verschlechtert.
Auch insgesamt fällt das Urteil über Trumps Wirtschaftskurs eher schwach aus. Nur 30 Prozent der Befragten zeigten sich laut der Umfrage zufrieden. Für Trump ist das besonders problematisch, weil er die Stärkung der Wirtschaft und den Kampf gegen die Inflation 2024 zu einem Kernversprechen gemacht hatte. Doch auch ein Jahr nach Amtsantritt leiden viele Menschen in den USA weiter unter hohen Preisen und einer angespannten wirtschaftlichen Lage.
Benzinpreise werden zum politischen Risiko
Ein besonderer Belastungsfaktor sind derzeit die steigenden Benzinpreise. Im Zuge des Iran-Kriegs ist Tanken in den USA teurer geworden. Gerade in einem Land, in dem viele Menschen im Alltag stark auf das Auto angewiesen sind, trifft das viele Haushalte direkt. Die Preisentwicklung könnte deshalb auch politische Folgen haben.
Hinzu kommt Kritik an Trumps Außenpolitik. Knapp drei Monate nach Beginn des Konflikts mit Iran missbilligen 30 Prozent der Republikaner:innen laut American Press seinen Umgang mit dem Krieg. Das zeigt, dass nicht nur wirtschaftliche Sorgen wachsen, sondern auch Zweifel an seiner Krisenpolitik. Die Umfrage wurde vom 14. bis 18. Mai unter 1.117 Erwachsenen durchgeführt. Die Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 3,8 Prozentpunkten, berichtet American Press unter Berufung auf das Norc-Institut.
Migration bleibt Trumps stärkstes Feld
Trotz der schlechten Werte bei der Wirtschaft gibt es für Trump auch positive Signale. Am stärksten punktet er weiterhin mit seiner Migrationspolitik. Die allgemeine Zustimmung in diesem Bereich stieg leicht auf 45 Prozent. Unter Republikaner:innen unterstützen ihn sogar 83 Prozent. Das zeigt, dass Trump in seiner Partei auf diesem Feld weiter sehr fest verankert ist.
Auch parteiintern bleibt er offenbar der dominierende Kopf der Republikaner:innen. In mehreren Vorwahlen setzten sich Kandidat:innen durch, die Trump unterstützt hatte. In Kentucky gewann der von ihm geförderte Ed Gallrein gegen den Abgeordneten Thomas Massie. Massie hatte Trumps Umgang mit den Epstein-Akten und dem Iran-Krieg kritisiert. In Louisiana scheiterte zudem Senator Bill Cassidy in seiner Vorwahl. Cassidy hatte nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 im Amtsenthebungsverfahren für eine Verurteilung Trumps gestimmt.
Auch in den News:
Midterms gelten als wichtiger Stimmungstest
Für die Republikaner:innen könnte die Entwicklung trotzdem gefährlich werden. Die Kongresswahlen im November 2026 gelten als klassischer Stimmungstest für die amtierende Regierung. Historisch verliert die Partei des Präsidenten bei diesen Midterms häufig Sitze im Kongress.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt das deutlich: 2018 verloren die Republikaner:innen während Trumps erster Amtszeit viele Stimmen, die Demokrat:innen holten die Mehrheit der Stimmen landesweit mit fast neun Punkten Vorsprung und gewannen 41 Sitze im Repräsentantenhaus hinzu. 2022 legten unter Präsident Joe Biden wiederum die Republikaner:innen um neun Sitze zu. Sollten Trumps schlechte Zustimmungswerte bei der Wirtschaft anhalten, könnten die Demokrat:innen auch 2026 wieder deutlich profitieren.
Verwendete Quellen:
newsweek.com: "Trump’s GOP Base is Fracturing Over Gas Prices and Iran War—Poll"
apnews.com: "Where Trump stands with Republicans nationally, according to the latest AP-NORC pol"
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