Fest in Bremen
Steinmeier warnt am Tag der Einheit: Demokratie muss sich selbst behaupten
Veröffentlicht:
von Damian Rausch:newstime
Warum feiern wir am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit?
Videoclip • 01:03 Min • Ab 12
Beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen erinnert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die historische Wiedervereinigung – und richtet zugleich eine eindringliche Warnung vor Extremismus und gesellschaftlicher Spaltung an das Land.
Das Wichtigste in Kürze
Steinmeier bezeichnete die Wiedervereinigung vor 36 Jahren als historischen Glücksmoment für Deutschland.
Gleichzeitig warnte der Bundespräsident davor, dass extremistische Kräfte Freiheit, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdeten.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz erinnerte an die Verantwortung, Freiheit und Einheit für kommende Generationen zu bewahren.
Steinmeier erinnert an historischen "Glücksmoment"
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen an die historischen Ereignisse rund um die Wiedervereinigung erinnert. Vor 36 Jahren sei eine tiefe Wunde geheilt worden, die Deutschland mehr als vier Jahrzehnte geteilt habe, sagte das Staatsoberhaupt vor rund 1.000 geladenen Gästen.
Der 3. Oktober sei deshalb auch ein Anlass, sich an den Mut der Menschen zu erinnern, die die friedliche Revolution in der DDR ermöglicht hätten. Die Überwindung der deutschen Teilung dürfe niemals als selbstverständlich betrachtet werden, mahnte Steinmeier.
Die damaligen Ereignisse seien die erste friedliche Revolution für Freiheit und Demokratie in Deutschland gewesen. Die Erinnerung daran dürfe nicht verloren gehen.
Bundespräsident warnt vor Extremismus
Seine Rede nutzte Steinmeier allerdings nicht nur für einen Blick zurück. Mit Blick auf den Zustand der Demokratie in Deutschland zeigte sich der Bundespräsident besorgt. Extremistische Kräfte bedrohten Freiheit, Demokratie und Einheit.
Wie die Tagesschau über den Festakt berichtet, sprach Steinmeier in diesem Zusammenhang von der "Selbstbehauptung der Demokratie". Demokratische Grundrechte müssten gegen ihre Gegner verteidigt werden. Gleichzeitig müsse sich die Politik kritisch damit auseinandersetzen, warum sich Menschen von demokratischen Institutionen abwendeten und extremistische Positionen Zuspruch erhielten.
Steinmeier rief die Bevölkerung zudem dazu auf, sich gegen Manipulationen und Falschinformationen zu wehren. Sein Appell: Deutschland sei ein gutes Land – und alle seien mitverantwortlich dafür, dass dies so bleibe.
Auch in den News:
Steinmeier fordert politischen Aufbruch
Trotz der aktuellen Herausforderungen setzte Steinmeier in seiner Rede auch auf Zuversicht. Die vergangenen Jahrzehnte hätten gezeigt, dass Krisen überwunden und gesellschaftliche Gegensätze vermittelt werden könnten.
Entscheidend sei dabei politischer Wille. Eingefahrene Routinen müssten hinterfragt und notwendige Entscheidungen auch gegen Widerstand getroffen werden. "Habt Mut zur Erneuerung!", forderte Steinmeier.
Zum Abschluss verband der Bundespräsident seinen Appell mit einem optimistischen Blick nach vorne: Deutschland sei ein gutes Land – gemeinsam müsse daran gearbeitet werden, es noch besser zu machen.
Weitere Artikel zum Thema
Merz appelliert an den Zusammenhalt
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellte die Bedeutung der Wiedervereinigung für die Gegenwart heraus. Auf der Plattform X schrieb der Kanzler anlässlich des Nationalfeiertags, die Deutsche Einheit zeige, was mutige Menschen erreichen könnten.
Die Einheit sei zugleich Versprechen und Verantwortung. Es gehe darum, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Freiheit zu bewahren und dafür zu sorgen, dass auch kommende Generationen in einem geeinten Deutschland in Wohlstand leben könnten.
Verwendete Quellen:
Deutsche Presse-Agentur
Tagesschau: "Es geht um die Selbstbehauptung der Demokratie"
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