SPD und die K-Frage
"Täte der SPD einen großen Gefallen": Experte sieht diesen Ausweg aus dem Scholz-Dilemma
Veröffentlicht:
von Emre BölükbasiNoch steht nicht fest, ob Verteidigungsminister Pistorius (zweiter von rechts.) Bundeskanzler Scholz (zweiter von links.) tatsächlich als Kanzlerkandidat der SPD ablösen wird. (Archivbild)
Bild: IMAGO/NurPhoto
Scholz oder Pistorius - wer macht das Rennen? Die K-Frage wirbelt die SPD noch immer auf. Für die Partei sieht der Politologe Albrecht von Lucke eine letzte Rettung aus der gegenwärtigen Lage.
Das Wichtigste in Kürze
Noch immer ist keine Lösung in der Kanzler-Debatte der SPD in Sicht.
Der Politologe Albrecht von Lucke warnt vor den Folgen der aktuellen Lage für die SPD.
Für die Partei sieht er einen Ausweg aus der Ungewissheit.
Der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke hatBundeskanzler Olaf Scholz in der Debatte um die Kanzlerkandidatur der SPD einen Rücktritt von seinem Anspruch nahegelegt. "In der Basis der SPD sind die Zweifel riesig an Olaf Scholz", erklärte der Experte am Donnerstag (20. November) gegenüber :newstime.
Der Kanzler müsse diesen Umstand ernst nehmen. "Deswegen wäre es an ihm, die Leistung zu erbringen und zu sagen 'Erst die Partei, dann ich. Ich trete von meinem Anspruch auf die Kandidatur zurück'. Damit täte er der SPD einen großen Gefallen."
Die bisherige Kanzler-Debatte in der SPD bezeichnete von Lucke als ein "absolutes Desaster". Der Streit zwischen Scholz und Verteidigungsminister Boris Pistoriusschade der Partei. "Und wenn es nicht bald zu einem Ergebnis kommt für den einen oder anderen, dann zerstört das die Geschlossenheit der SPD und auch ihre Wahlchancen, die ohnehin nicht sehr gut sind", warnte er die Partei.
"Ausgesprochen schlechte Chancen" für Scholz
Ob Scholz im Falle einer Kanzlerkandidatur den Vorsprung des Kanzlerkandidaten der Union, Friedrich Merz, aufholen kann? Von Lucke hält das für äußerst unwahrscheinlich. "Scholz hat ausgesprochen schlechte Chancen, den Vorsprung von Friedrich Merzaufzuholen. Aber er hat nach wie vor - und das ist die Ironie der Geschichte - gute Chancen, Kanzlerkandidat der SPD zu werden, weil er nicht zurückzieht", konstatierte er.
Gerade deshalb sei es für den Parteivorstand schwierig, den Kanzler "abzusägen". Damit würde man ihn zur "lame duck" (deutsch: lahme Ente) machen - ein abwertender Begriff für einen Politiker, der zwar noch im Amt ist, aber nicht zur Wiederwahl antritt.
Mehr News und Videos

Vorgaben des Bundes
Bahn: Bilger will Vorstandsboni an Pünktlichkeit koppeln

Finanzen
Steuervorauszahlungen für Rentner: Was man dagegen tun kann

Wegen Niedrigwassers
Sonntagsfahrverbot für Lkw in NRW bereits ausgesetzt

Experten besorgt
Microsoft-Outlook-Lücke: Öffnen einer E-Mail kann zur Falle werden

Migration
SPD macht Druck beim Familiennachzug für Geflüchtete

Wetter
Neue Hitzewelle rollt an – bis zu 37 Grad erwartet

Hybrider Angriff
Sprengstoff-Drohne am Flughafen: BSW warnt vor Russland-Verdacht

Geniale Idee
Warum Tiefkühl-Sahnetorten lange als unmöglich galten

Streit um Entlastungen
Klingbeils Steuerpläne sorgen für neuen Ärger

