Reform geplatzt?

"Leistungsfeindlich, zukunftsblind": Studierendenwerk wettert gegen BaföG-Aussage Bärs

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

:newstime

Koalitions-Zoff um BAföG-Erhöhung

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Die Absage an eine schnelle BAföG-Reform sorgt für scharfe Kritik. Der Studierendenwerkschef  wirft Ministerin Bär Leistungsfeindlichkeit vor – und warnt vor Studienabbrüchen aus Geldnot.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die geplante BAföG-Reform wackelt – und das sorgt für heftige Kritik.

  • Studierendenwerkschef Matthias Anbuhl warnt vor Studienabbrüchen aus Geldnot und nennt den Reformstopp "leistungsfeindlich".

  • Er wirft der Bundesregierung einen schweren Fehler vor.

Die Ankündigung von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU), nicht mehr mit einer schnellen BAföG-Reform zu rechnen, stößt auf massiven Widerstand. Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, findet im :newstime-Interview deutliche Worte. "Die Absage von Dorothee Bär an eine BAföG-Reform ist leistungsfeindlich, sie ist zukunftsblind, und sie ist auch abgekoppelt von der Lebenswirklichkeit der meisten Studierenden", sagt Anbuhl.

Studierende seien "die Fachkräfte von morgen, die IT-Expert:innen, die Ingenieur:innen, die Lehrkräfte, die Ärzt:innen von morgen". Deshalb könne man sich "Studienabbrecher aus Geldmangel nicht leisten". BAföG sei über Jahrzehnte hinweg der Schlüssel für sozialen Aufstieg gewesen: "Das BAföG ist die Strickleiter für sozialen Aufstieg und das darf man jetzt nicht abwürgen", betont Anbuhl.

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Der Hintergrund: Bär hatte gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe erklärt, ihr Ministerium habe zwar "alle Weichen gestellt für die BAföG-Reform", sie habe aber gehört, "dass die Reform von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstützt wird". Angesichts von Sparzwängen zeigte sie Verständnis für einen möglichen Stopp. Politik bestehe darin, Prioritäten zu setzen, sagte die Ministerin.


Miete setzt Studierende unter Druck

Für Anbuhl greift diese Argumentation zu kurz. Fast die Hälfte der Studierenden verfüge über nur 930 Euro im Monat, während ein WG-Zimmer im Schnitt mehr als 500 Euro koste. "Die Studierenden sind schon mit der Mietzahlung überfordert", so Anbuhl. Zudem liege die aktuelle BAföG-Wohnkostenpauschale trotz der hohen Mieten bei lediglich 380 Euro.

Im Zuge der BAföG-Debatte waren außerdem Stimmen laut geworden, die darauf hinwiesen, dass Student:innen auch nebenbei jobben könnten. "Es ist heute auch schon so, dass zwei Drittel aller Studierenden nebenbei im Schnitt 15 Stunden die Woche jobben", entgegnete der Studierendenwerk-Chef dieser Forderung. "Daneben kommt ein Studium von im Schnitt 35 Stunden die Woche. Das heißt, Studierende von heute haben eine 50-Stunden-Woche."

Seine Forderung ist klar: Die Bundesregierung müsse ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen – ein BAföG, "das zum Leben reicht", einfacher und digitaler wird und spätestens zum Wintersemester angepasst ist.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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