Vor Gesprächen
Spannungen im Arabischen Meer: USA schießen iranische Überwachungsdrohne ab
Aktualisiert:
von Max StrumbergerDer Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" hält sich derzeit im Nahen Osten auf.
Bild: AP
Die Spannungen zwischen den USA und Iran verschärfen sich erneut: Ein US-Kampfjet hat eine iranische Überwachungsdrohne nahe der Südküste abgeschossen.
Das Wichtigste in Kürze
Kurz vor geplanten Verhandlungen zwischen Teheran und Washington spitzt sich die Lage weiter zu.
Eine iranische Überwachungsdrohne wird von einem US-Kampfjet vom Himmel geholt.
Eine weitere Drohne soll sich dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" genähert haben.
Das US-Militär hat eine iranische Überwachungsdrohne unweit der Südküste des Landes abgeschossen. Eine weitere Drohne der iranischen Revolutionsgarden soll sich dem amerikanischen Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" im Arabischen Meer genähert haben, berichtete das Onlineportal Sabrin-News. Zuvor hatte das US-Nachrichtenportal Axios berichtet, dass ein Kampfjet vom Typ F-35 eine iranische Drohne abgeschossen habe. Dabei handelt es sich Berichten zufolge um eine Überwachungsdrohne vom Typ Schahed-139, die vom iranischen Militär oft in Grenzregionen eingesetzt wird.
Zuvor war bekannt geworden, dass die USA und der Iran neue Verhandlungen aufnehmen wollen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden im Iran nahesteht.
Die Sorgen vor einem neuen Krieg waren zuletzt wieder gewachsen. US-Präsident Donald Trump hat der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und dessen Begleitschiffen.
Iranisches Atomprogramm weiter im Fokus
Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung ihre Urananreicherung vollständig einstellt. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet die Maximalforderung jedoch als rote Linie.
Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel den Iran an. Die Streitkräfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, Irans Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden.
Weitere Streitpunkte sind Irans Raketenprogramm, die Unterstützung militanter Gruppen in Nahost sowie der Verbleib von 400 Kilogramm hochangereichertem Uran. Irans Regierung hatte vor Gesprächen betont, zunächst nur über das Atomprogramm verhandeln zu wollen.
Trump zwischen Drohung und ausgestreckter Hand
Irans Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jüngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten.
Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine Unterstützung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner für einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus. Dass er nun einen Deal mit der Staatsführung erwägt, sehen viele Iraner:innen kritisch.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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