Teurer Winter in Russland
Russland: Preise steigen rasant – Behörden raten zu Vorräten
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von Benedikt Rammer:newstime
Angriffe vor Putins Wahl-Farce
Videoclip • 01:49 Min • Ab 12
Nach den Wahlen werden in Russland zahlreiche Produkte deutlich teurer. Die Inflation steigt schneller als erwartet, während die Behörden die Bevölkerung auffordern, sich vor dem Winter mit haltbaren Lebensmitteln einzudecken.
Das Wichtigste in Kürze
In Russland sind die Preise für einzelne Produkte nach den Wahlen innerhalb kurzer Zeit deutlich gestiegen.
Die Regierung korrigierte ihre Inflationsprognose für 2026 auf 6,8 Prozent.
Behörden empfehlen, vor dem Winter haltbare Lebensmittel zu kaufen, weil weitere Preissteigerungen erwartet werden.
In Russland verteuern sich zahlreiche Produkte. In sozialen Netzwerken veröffentlichen Bürger:innen laut "t-online" Fotos von neuen Preisschildern aus Supermärkten. Demnach seien manche Preise innerhalb einer Woche um 15 bis 20 Prozent gestiegen.
Besonders viel Aufmerksamkeit erregte der Preis für Tampons. Sie kosteten in einem dokumentierten Fall zuletzt 500 Rubel, umgerechnet rund 5,20 Euro. Vor den Wahlen waren dafür noch 350 Rubel fällig. "Ich bin schockiert über diese Preise", schrieb eine Frau zu dem Foto.
Inflation höher als erwartet
Die Preissteigerungen betreffen nicht nur einzelne Waren. Das russische Wirtschaftsministerium korrigierte seine Inflationsprognose für Ende 2026 nach oben. Statt der bisher erwarteten 5,2 Prozent rechnet die Behörde nun mit 6,8 Prozent.
Lebensmittel könnten demnach im Laufe des Jahres um 5,1 Prozent teurer werden. Bei Dienstleistungen wird ein Anstieg von 9,4 Prozent erwartet. Diese offiziellen Zahlen werden von unabhängigen Beobachter:innen allerdings teilweise als zu niedrig eingeschätzt.
Als wichtigen Grund für die Entwicklung nennt das Wirtschaftsministerium laut "t-online" höhere Kraftstoffpreise. Sie wirken sich auf die gesamte Lieferkette aus – vom Transport über die Produktion bis zum Verkauf. Der Sberbank-Ökonom Alexander Issakow erwartet bei Erdölprodukten einen Preisanstieg von 21,8 Prozent.
Auch in den News:
Kommunale Kosten steigen ebenfalls
Die russische Behörde für Qualitätskontrolle, Roskatschestwo, hat die Bevölkerung inzwischen aufgefordert, sich vor dem Winter und den Feiertagen mit haltbaren Produkten einzudecken. Dazu zählen unter anderem Getreide, Nudeln, Zucker, Mehl, Konserven, Honig, Tee, Kaffee und Pflanzenöl.
Auch Nüsse, Schokolade und bestimmte Süßwaren werden empfohlen. Nach Einschätzung der Behörde könnten Lebensmittel bis zum Jahreswechsel deutlich teurer werden. Die Empfehlung sorgt zugleich für den Eindruck, dass sich die Behörden auf eine anhaltend schwierige Versorgungslage einstellen.
Kommunale Kosten steigen ebenfalls
Besonders stark werden auch die Preise für kommunale Dienstleistungen angehoben. Dazu gehören Wasser, Heizung, Strom, Gas und Müllentsorgung. Zum 1. Oktober sollen die Tarife landesweit durchschnittlich um 9,9 Prozent steigen.
Für 2027 ist eine weitere Erhöhung um 11 Prozent vorgesehen. Zwischen 2025 und 2029 könnten die kommunalen Kosten nach der Prognose des Wirtschaftsministeriums insgesamt um 42,5 Prozent zulegen.
Der Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kulbaka sagte dem oppositionellen Blogger und Journalisten Ilja Warlamow: "Am stärksten steigen die Preise für kommunale Dienstleistungen, Medikamente und öffentliche Verkehrsmittel." Diese Bereiche würden sich derzeit "erheblich" verteuern.
Verwendete Quellen:
t-online: "Preisexplosion – Russen sollen sich eindecken"
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