Erfurt
Russischsprachiges Bekennervideo nach Brandanschlag auf Bundeswehr-Fahrzeuge aufgetaucht
Veröffentlicht:
von Benedict HottnerIn Erfurt sind mehrere Bundeswehrfahrzeuge ausgebrannt.
Bild: Martin Wichmann/WichmannTV/dpa
Nach dem Brandanschlag auf Bundeswehr-Fahrzeuge in Erfurt kursiert ein russischsprachiges Video mit Bildern des Vorfalls in sozialen Netzwerken. Der Verfasser stellt einen Zusammenhang zum Ukraine-Krieg her. Das Landeskriminalamt prüft die Echtheit der Aufnahmen.
Nach dem Brandanschlag auf sechs Bundeswehr-Lastwagen in Erfurt ist auf einem russischsprachigen Telegram-Kanal ein mutmaßliches Bekennervideo veröffentlicht worden. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, zeigt das Video Bilder der Fahrzeuge vor und während des Brandes – in einem frühen Stadium des Feuers, noch ohne Einsatzkräfte vor Ort. Laut MDR und t-online, wurde das Material auf einem Kanal mit dem Titel "Besessen vom Krieg" verbreitet.
Russischsprachiges Video aufgetaucht
Im Video heißt es auf Russisch sinngemäß: In Erfurt würden Militärfahrzeuge zur Reparatur für die ukrainischen Streitkräfte gebracht – "unsere Leute entschieden, dass das alles unnötig sei (…) also verbrannten sie sie einfach."
Ob es sich bei den ausgebrannten Fahrzeugen tatsächlich um Material für die Ukraine handelt, ist bislang unklar. Eine offizielle Bestätigung oder Einordnung durch die Bundeswehr liegt laut dpa nicht vor.
LKA Thüringen ermittelt
Das Landeskriminalamt Thüringen, das die Ermittlungen zu dem Brandanschlag übernommen hat, prüft derzeit die Echtheit des Videos. Ein Sprecher bestätigte gegenüber dem MDR, dass entsprechende Prüfungen laufen.
Bereits im Juni 2023 war es an derselben Stelle in Erfurt zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Auch damals wurden mehrere Militärfahrzeuge offenbar vorsätzlich in Brand gesetzt. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, ist bislang nicht geklärt.
Serie von Anschlägen auf Bundeswehr-Fahrzeuge
Der Vorfall in Erfurt ist nicht der einzige seiner Art. Erst vor rund zwei Wochen brannten im niedersächsischen Soltau ebenfalls sechs Bundeswehr-Fahrzeuge auf einem Werkstattgelände aus. Dort tauchte kurz nach der Tat ein Bekennerschreiben auf der linksextremen Plattform "Indymedia" auf. Eine Gruppe mit dem Namen "Agenda2029" begründete die Tat mit einer Ablehnung deutscher Rüstungsunterstützung: "Eine weitere Intensivierung eines globalen Krieges wird hier in Deutschland vorbereitet, daher müssen wir die Zentren der Kriegstreibenden sabotieren.", so die dpa.
Ob es Verbindungen zwischen dem Vorfall in Soltau und dem in Erfurt gibt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Das LKA Thüringen äußerte sich bislang nicht zu möglichen Tätergruppen oder Hintergründen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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