Am 22. März
Rheinland-Pfalz wählt: Diese Kandidaten kämpfen um die Staatskanzlei
Aktualisiert:
von Emre Bölükbasi:newstime
Wahlkrimi in Rheinland-Pfalz erwartet (15. März)
Videoclip • 01:49 Min • Ab 12
Rheinland-Pfalz wählt: Ein Veganer trifft auf einen Fleischesser, eine Umweltministerin auf einen Ökonomen, eine Bankerin kämpft ums Überleben. Sieben Parteien, sieben unterschiedliche Köpfe – wer macht am 22. März das Rennen?
Das Wichtigste in Kürze
Am 22. März wählt Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag.
Sieben Parteien kämpfen um den Einzug – von SPD-Riese Schweitzer über CDU-Herausforderer Schnieder bis zur AfD.
Ein Überblick über die Kandidat:innen.
Am Sonntag (22. März) entscheiden die Bürger:innen in Rheinland-Pfalz über die Zusammensetzung des neuen Landtags. Sieben Parteien haben realistische Chancen auf den Einzug ins Mainzer Parlament.
Der Kampf um die Staatskanzlei wird vor allem zwischen zwei Männern ausgetragen: dem amtierenden Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer von der SPD und seinem Herausforderer Gordon Schnieder von der CDU. Doch auch weitere Kandidaten mischen im Rennen mit.
Auch in den News:
Alexander Schweitzer (SPD): Der Riese mit dem Kampfgeist
Mit seinen 2,06 Metern Körpergröße überragt Alexander Schweitzer nicht nur physisch die politische Landschaft in Rheinland-Pfalz. Der 52-jährige Pfälzer kämpft um seinen Verbleib als Ministerpräsident – und das erstmals vor den Wähler:innen. Schweitzer übernahm das Amt im Sommer 2024 von Malu Dreyer, die aus persönlichen Gründen zurückgetreten war. Seither tingelt er rastlos durchs Land, getreu seiner Überzeugung: "Am Ende zählt immer die Nähe zu den Menschen."
Der stellvertretende SPD-Bundeschef und Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz setzt sich besonders für die finanzielle Lage der Kommunen ein. Privat ist der Sozialdemokrat in Bad Bergzabern in der Südpfalz verwurzelt, wo er mit seiner Frau, einer Lehrerin, und Hund Mimi lebt. Die ersten sechs Lebensjahre verbrachte Schweitzer auf einem Binnenschiff – eine ungewöhnliche Kindheit, die ihn prägte. Als großer Fan der Britpop-Band Oasis und des 1. FC Kaiserslautern zeigt er sich volksnah. Seit rund zehn Jahren lebt der dreifache Vater vegan.
Gordon Schnieder (CDU): Der Herausforderer aus der Eifel
Gordon Schnieder will Geschichte schreiben: Nach 35 Jahren SPD-Herrschaft soll die CDU endlich wieder die Staatskanzlei erobern. Der 50-Jährige führt die Christdemokraten als Partei- und Fraktionschef und ging als Sieger aus einem Machtkampf nach der Wahlniederlage 2021 hervor. Mit 203 von 205 Stimmen wurde er im November 2025 zum Spitzenkandidaten gewählt – ein "sensationelles Wahlergebnis", wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) befand.
Für Schnieder ist es die erste große Bewährungsprobe als Spitzenkandidat. Seither macht er sich im ganzen Land bekannt. Der dreifache Vater lebt mit mehreren Generationen unter einem Dach in Birresborn in der Eifel und findet beim Wandern seinen Ausgleich.
Politik ist bei den Schnieders Familiensache: Sein älterer Bruder Patrick Schnieder ist Bundesverkehrsminister. Doch Gordon zieht es nicht nach Berlin – er sieht sich als Rheinland-Pfälzer durch und durch. Der fast ebenso große Mann wie sein Kontrahent Schweitzer isst gerne deftig und Fleisch und versteht sich nicht als Bundes- oder Europapolitiker.
Jan Bollinger (AfD): Der Ökonom mit Machtkampf-Erfahrung
Jan Bollinger, 48 Jahre alt, wurde in Koblenz geboren und wuchs in Neuwied auf. Der studierte Volkswirt und Betriebswirt arbeitete mehrere Jahre als Verwaltungsleiter in der Jugendhilfe, bevor er 2013 in die AfD eintrat. Seit 2016 sitzt er im rheinland-pfälzischen Landtag.
Seine Führungsposition erkämpfte sich Bollinger 2022 in einem parteiinternen Machtkampf: Zunächst übernahm er den Landesvorsitz von Michael Frisch, anschließend auch den Vorsitz der Landtagsfraktion. Privat reist der AfD-Spitzenkandidat gerne an Nord- und Ostsee, wandert auf den Rheinhöhen am Mittelrhein, fährt Rad und hört Rock sowie Metal wie Metallica.
Katrin Eder (Grüne): Die polarisierende Kämpferin
Eigentlich wollte Katrin Eder Meeresbiologie in Kiel studieren. Stattdessen blieb die 49-Jährige in ihrer Geburtsstadt Mainz und studierte Politik, Soziologie und öffentliches Recht. Ihre politische Karriere begann im Mainzer Stadtrat in der Sozialpolitik, bevor sie rund zehn Jahre als Verkehrs- und Umweltdezernentin in der Landeshauptstadt tätig war.
Als amtierende Klimaschutz- und Umweltministerin bezeichnet sich Eder selbst als hartnäckige Kämpferin und ehrlichen Typ: "Deshalb polarisiere ich auch." Die Mutter von zwei kleinen Kindern ist leidenschaftliches Mitglied von Fußball-Bundesligist Mainz 05 und meist mit dem Rad unterwegs.
Rebecca Ruppert (Linke): Die Digitalisierungsexpertin
Rebecca Ruppert bringt internationale Erfahrung mit: Die 37-Jährige studierte in den Niederlanden und Österreich und absolvierte für die Landesregierung ein Praktikum in Brüssel. Nach dem Studium arbeitete die in Mainz geborene Politikerin in der IT-Beratung und beriet vor allem Behörden bei der Verwaltungsdigitalisierung.
Seit 2020 ist Ruppert Mitglied der Linken, seit 2024 führt sie den Landesverband. Die Rheinhessin spricht fließend Niederländisch, Französisch und Englisch. In ihrer Freizeit spielt sie gerne Volleyball und liest.
Daniela Schmitt (FDP): Die Bankerin im Kampf ums Überleben
Für Daniela Schmitt geht es um alles: Die 53-jährige Rheinhessin muss mit der FDP um den Wiedereinzug in den Landtag kämpfen. Die gelernte Bankkauffrau war vor ihrer politischen Karriere Regionaldirektorin bei der Mainzer Volksbank. Erst mit über 30 Jahren trat Schmitt in die FDP ein.
Als Wirtschafts-Staatssekretärin unter dem langjährigen FDP-Landesvorsitzenden Volker Wissing machte sie sich einen Namen, nach der Landtagswahl 2021 folgte sie ihm als Wirtschaftsministerin nach. Im April 2025 wurde sie mit 67,5 Prozent zur FDP-Landeschefin gewählt – nach einem parteiinternen Machtkampf. Die ehemalige Leistungsschwimmerin fährt gerne Ski, traditionell direkt nach Weihnachten: "Die Bewegung, die frische Luft und der Sport sind der ideale Ausgleich."
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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