Drohkulisse vor deutscher Küste

Putin verlegt Kriegsschiff in die Ostsee: Russland droht mit Angriffen auf "feindliche Schiffe"

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

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Russisches Kriegsschiff vor Fehmarn

Videoclip • 01:19 Min • Ab 12


Russland hat mit der Fregatte "Admiral Kasatonow" ein weiteres Kriegsschiff in die Ostsee geschickt. Parallel dazu verschärfen Präsident Wladimir Putin und Ex-Staatschef Dmitri Medwedew den Ton gegenüber EU und Nato deutlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland hat mit der "Admiral Kasatonow" bereits das zweite Kriegsschiff binnen weniger Wochen in die Ostsee verlegt.

  • Moskau verbindet die militärische Präsenz mit scharfen Drohungen gegen EU und Nato wegen Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte.

  • Expert:innen warnen, dass Russland mit diesem Vorgehen gezielt Unsicherheit schaffen und den Druck auf den Westen erhöhen will.

Russland hat laut eines Berichts der "Kieler Nachrichten" ein weiteres Kriegsschiff seiner Nordflotte in die Ostsee verlegt. Die Lenkwaffenfregatte "Admiral Kasatonow" wurde demnach vergangene Woche zusammen mit einem Tanker vor Fehmarn gesichtet. Es ist bereits das zweite russische Kriegsschiff, das binnen weniger Wochen in die Region geschickt wurde.

Die "Admiral Kasatonow" gilt als eines der modernsten Schiffe der russischen Marine. Nach russischen Angaben kann die 2020 in Dienst gestellte Fregatte Marschflugkörper vom Typ Kalibr und Hyperschallraketen vom Typ Zirkon einsetzen. Laut "Kieler Nachrichten" verfügt das Schiff im Vorschiff über 32 Startschächte. Offiziell hat Moskau bisher nicht erklärt, warum die Fregatte in die Ostsee verlegt wurde.

Zweites Schiff binnen kurzer Zeit

Bereits Ende Juli hatte Russland nach Angaben der "Bild"-Zeitung den Zerstörer "Admiral Lewschenko" aus der Nordflotte in die Ostsee entsandt. Das Schiff stammt noch aus sowjetischer Zeit und wurde ursprünglich für die U-Boot-Jagd entwickelt. Es verfügt dem Bericht zufolge über Flugabwehrsysteme, Torpedos, Bordgeschütze und Bordhubschrauber.

Nach Informationen von "Bild" setzt Russland seit Monaten verstärkt Kriegsschiffe ein, um Tanker und Frachter seiner sogenannten Schattenflotte zu begleiten. Diese Schiffe spielen für Moskau eine wichtige Rolle, um trotz Sanktionen weiter Öl und andere Güter zu exportieren. Mehrere westliche Staaten hatten russische Tanker zuletzt wegen des Verdachts auf Sanktionsumgehung zeitweise festgesetzt.

Auch in den News:

Scharfe Drohungen aus Moskau

Zeitgleich mit der Verlegung der Fregatte kamen neue Drohungen aus Moskau. Präsident Wladimir Putin warnte den Westen nach dem Festsetzen mehrerer Schiffe vor "spiegelbildlichen Maßnahmen". Laut der "Welt" sagte er, dies gelte nicht nur für Gewässer, in denen russische Schiffe angegriffen würden, "sondern dort, wo wir es für notwendig und zielgerichtet erachten". Die Aussage fiel demnach bei einem Manöver der Pazifikflotte vor der Insel Sachalin.

Noch deutlicher wurde der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew. Auf seinem Telegram-Kanal schrieb er: "Russland hat das Recht, jedes Handelsschiff feindlicher Staaten anzugreifen, die sich sowohl in unseren als auch in neutralen Gewässern befinden, wenn es ausreichenden Verdacht gibt, dass es Fracht im Interesse des Gegners transportiert." Diese Aussage deutet auf eine mögliche Ausweitung russischer Drohungen auch außerhalb des Schwarzen Meeres hin.

Expert:innen warnen vor Eskalation

Russland wirft westlichen Staaten seit Längerem vor, mit Festsetzungen von Schiffen "piratenähnlich" gegen den russischen Seehandel vorzugehen. Der Kreml-Beauftragte Nikolai Patruschew sagte im Februar: "Wir denken, dass wie zu allen Zeiten die Kriegsflotte die beste Garantie für die Sicherheit der Schifffahrt ist." Moskau begründet seinen Kurs damit, den Export von Öl, Getreide und Dünger absichern zu wollen.

Der maritime Sicherheitsexperte Moritz Brake warnte in "Bild" davor, die russischen Aussagen zu unterschätzen. "Strategisch versucht Moskau damit vor allem, Unsicherheit zu erzeugen und die Kosten westlicher Maßnahmen gegen seine Schattenflotte zu erhöhen", sagte er. Europa dürfe laut Brake nicht den Eindruck vermitteln, "dass solche Drohungen hingenommen werden – erst recht, wenn ihnen Taten folgen sollten".


Verwendete Quellen:

Kieler Nachrichten: "Warnung an EU und Nato: Russland schickt modernstes Kampfschiff der Nordflotte in die Ostsee"

"Bild"-Zeitung: "Putin verlegt Kriegsschiffe in die Ostsee"

Welt: "Putin verlegt Kriegsschiff in die Ostsee – 'Russland hat das Recht, feindliche Schiffe anzugreifen'"

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