"Dumme Entscheidungen"
Putin-Mann macht sich über Kanzler Merz lustig
Veröffentlicht:
von Joachim VonderthannRusslands Machthaber Wladimir Putin (r.) und der russische Investitionsbeauftragte Kirill Dmitrijew
Bild: Gavriil Grigorov/Russian President Press Office/IMAGO/ITAR-TASS
Angesichts der drohenden Rezession hat Bundeskanzler Merz tiefgreifende Reformen angekündigt. Vom russischen Banker und Putin-Vertrauten Dmitrijew erntet er dafür Spott.
Deutschland sieht sich mit ernsten wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gesunken. Die Industrieproduktion blieb hinter den Erwartungen zurück, und auch der private Konsum schwächelt. Inmitten dieser angespannten Lage hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) tiefgreifende Reformen angekündigt, um den wirtschaftlichen Abwärtstrend aufzuhalten und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern.
Putin-Vertrauter spottet über Merz
Für die Kreml-Propagandaist die wirtschaftliche Misere Deutschlands ein gefundenes Fressen. Der russische Investitionsbeauftragte Kirill Dmitrijewnutzte die Gelegenheit, um die Bundesregierung öffentlich zu verspotten. Auf der Plattform X veröffentlichte er innerhalb von drei Tagen mehrere spöttische Kommentare, die sowohl die deutsche Wirtschaftspolitik als auch Merz persönlich ins Visier nahmen., wie "T-Online" berichtet.
"Dumme Entscheidungen und Kriegstreiberei"
In seinem ersten Beitrag schrieb Dmitrijew: "Dumme Entscheidungen und Kriegstreiberei führen zu Rezessionen. Fallstudie Deutschland." Damit spielte er offenbar auf die westlichen Sanktionen gegen Russland im Zuge des Ukraine-Kriegs an und unterstellte, diese hätten Deutschlands Wirtschaft geschwächt.
Auch nach weiteren Äußerungen von Merz ließ Dmitrijew nicht locker. Als der Bundeskanzler beim CDU-Landesparteitag in Osnabrück erklärte, dass der Sozialstaat in seiner jetzigen Form nicht mehr tragbar sei, kommentierte Dmitrijew süffisant: "Vielleicht ist die Krise gar nicht vom Himmel gefallen – sondern der Preis für schlechte Politik."
Nicht "Daddy" Trump verärgern
Eine weitere Aussage von Merz, wonach die Welthandelsorganisation (WTO) aufgrund mangelnder Regeltreue der USA nicht mehr funktioniere, bot Dmitrijew erneut Anlass zum Spott. Er warnte den Kanzler scherzhaft davor, "Daddy" Donald Trump zu verärgern, und stellte süffisant die Frage, ob Deutschland über eine Rückkehr zur Partnerschaft mit Russland nachdenke.
Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar 2022 sind die deutsch-russischen Beziehungen nahezu zum Erliegen gekommen. Deutschland - wie auch andere westliche Länder - ist seitdem immer wieder Ziel der Kreml-Propaganda.
Mehr News

Turbulenter Winter
Wetter-Ticker: Fernzüge im Norden sollen wieder rollen – aber eingeschränkt

Lebensmittelwarnung
Kann Metall enthalten: De Dessert Meesters ruft Eiscreme zurück

Er warnt vor China u. Russland
"Auf die einfache oder harte Art": Trump besteht auf Grönland

"Putins Bluthund"
Kollaps in Moskau: Berichte über medizinischen Notfall bei Kadyrow

Nach BSW-Streit
Brandenburg nach Koalitionsende: BSW stimmt mit AfD

Vor türkischer Küste
Schwarzes Meer: Tanker der russischen Schattenflotte mit Drohne getroffen

Urteil in Braunschweig
Schlafende Ehefrau angezündet: Lebenslange Haft wegen Mordes

Ukraine-Krieg
"Soll Angst machen": Bundesregierung verurteilt Russlands Oreschnik-Angriff

Lohn, Versicherung, Kinderbetreuung
Wegen Schnee nicht zur Arbeit? Regeln für Arbeitnehmer
