Neue Krise?

Nordatlantik: USA beschlagnahmen russischen Öltanker

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von dpa

Der Vorfall im Nordatlantik könnte die Spannung zwischen Washington und Moskau anheizen. (Symbolbild)

Bild: Matias Delacroix/AP/dpa


Die USA haben im Nordatlantik einen russischen Öltanker aufgegriffen. Wochenlange Verfolgung, Umbenennung und Sanktionen erhöhen die Spannungen mit Russland.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA haben im Nordatlantik einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker beschlagnahmt.

  • Das Schiff war zuvor wochenlang von der Küstenwache verfolgt und umbenannt worden.

  • Der Einsatz könnte die Spannungen mit Russland weiter verschärfen.

Die USA haben im Nordatlantik einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker beschlagnahmt. Laut dem Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) erfolgte der Zugriff auf die "Bella-1" wegen Verstößen gegen US-Sanktionen auf Anordnung eines Bundesgerichts

Das Frachtschiff wurde mehrere Tage lang von der US-Küstenwache verfolgt. US-Medienberichten zufolge hatte der Tanker auf dem Weg nach Venezuela seinen Kurs geändert, um einer Durchsuchung zu entgehen. Im Zuge dessen soll das Schiff auch seinen Namen in "The Marinera" geändert haben. Nach der Kursänderung und während der Verfolgung durch die US-Küstenwache soll die Besatzung die russische Flagge auf die Seite des Schiffes gemalt und die Registrierung geändert haben.

Der Einsatz war mit dem US-Justizministerium und dem für die Küstenwache zuständigen Heimatschutzministerium abgestimmt.

Weitere US-Aktionen gegen Öltanker

Diese Beschlagnahme ist nicht die erste ihrer Art. Bereits vor wenigen Wochen hatte das US-Militär zwei andere Öltanker vor der Küste Venezuelas unter seine Kontrolle gebracht, während der Versuch, ein drittes Schiff zu übernehmen, scheiterte. Am 20. Dezember 2025 berichteten NBC News und ABC News über die Beschlagnahme eines sanktionierten Schiffes durch die US-Küstenwache vor der venezolanischen Küste.

US-Präsident Donald Trump hatte vor den Militäreinsätzen eine Seeblockade für sanktionierte Öltanker angeordnet, die Richtung Venezuela steuern oder einen Hafen des rohstoffreichen Landes verlassen. Trump begründete dies damit, dass Venezuela Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen habe.

Russische Reaktion

Russland wird von den westlichen Alliierten beschuldigt, alte Tanker zu nutzen, um Sanktionen zu umgehen. Laut Berichten soll Russland ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des Tankers entsendet haben.

Bevor die Beschlagnahme des Tankers durch die USA öffentlich wurde, äußerte das russische Außenministerium gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass Besorgnis über die Situation. Das Ministerium erklärte, das Schiff befahre unter russischer Flagge in Übereinstimmung mit den Normen des internationalen Seerechts die Gewässer des Nordatlantiks. Aus "unverständlichen Gründen" würden das US-Militär und die NATO dem zivilen Status des Schiffes "nicht angemessene erhöhte Aufmerksamkeit" schenken.

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