Überseegebiet im Südpazifik
Nach blutigen Unruhen: Neukaledonien wird eigener Staat - und doch zu Frankreich gehören
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf dem Weg zu einem Treffen mit Vertreter:innen Neukaledoniens.
Bild: Tom Nicholson/Pool/REUTERS
Ein Jahr nach schweren Unruhen in Neukaledonien ist ein historisches Abkommen unterzeichnet worden, das dem französischen Überseegebiet mehr Souveränität verleiht. Neukaledonien wird ein eigener Staat innerhalb Frankreichs.
Neukaledonien soll eigener Staat werden
Ein Jahr nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Neukaledonien, bei denen 14 Menschen ums Leben kamen, haben Vertreter Frankreichs und der politischen Lager Neukaledoniens eine Einigung über die Zukunft des südwestpazifischen Gebietes erzielt. Am Samstag wurde in Bougival bei Paris ein Abkommen unterzeichnet, das die Beteiligten und der französische Präsident Emmanuel Macron als "historisch" bezeichneten. Das Abkommen sieht vor, dass Neukaledonien ein eigener Staat wird und gleichzeitig weiterhin zu Frankreich gehört., wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet. Neukaledonien ist eine Inselgruppe im Südpazifik und liegt rund 1.500 Kilometer östlich von Australien.
Macron spricht von "Wette auf Vertrauen"
Macron betonte demnach die Bedeutung des Abkommens und sagte: "Ein Staat Neukaledonien innerhalb der Republik: Das ist eine Wette auf Vertrauen." Er erklärte, dass Neukaledonien mit dieser Vereinbarung ein neues Kapitel seiner Zukunft in friedlichen Beziehungen mit Frankreich aufschlage.
Die Verhandlungen über die Zukunft Neukaledoniens folgten auf massive Unruhen im Mai des Vorjahres, die durch eine geplante Wahlrechtsreform ausgelöst wurden. Diese Reform hätte es Festlandfranzosen ermöglicht, früher an Wahlen teilzunehmen, was von den Kanaken, die mehr als 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen, als Bedrohung ihres Einflusses empfunden wurde.
Unruhen mit 14 Toten vor einem Jahr
Nach den Unruhen schlug Macron dem FAZ-Bericht zufolge Verhandlungen zwischen den politischen Lagern vor, um entweder eine Unabhängigkeit der Inselgruppe oder deren Verbleib bei Frankreich zu diskutieren. Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verhandelten zehn Tage lang bei Paris und verkündeten schließlich die Unterzeichnung eines "historischen Abkommens". Manuel Valls, Minister für Überseegebiete, lobte das Abkommen als "intelligenten Kompromiss", der sowohl die Verbindung zu Frankreich aufrechterhalte als auch Neukaledonien mehr Souveränität einräume.
Teil der Republik - aber souveräner Staat
Auch Premierminister François Bayrou sprach von einem Abkommen von "historischer Dimension". Der 13-seitige Vertrag sieht vor, dass Neukaledonien als "Staat Neukaledonien" in der französischen Verfassung verankert und international anerkannt wird. Eine neukaledonische Staatsangehörigkeit soll eingeführt werden, während die Möglichkeit besteht, die französische Staatsangehörigkeit zu behalten. Zudem wird ein "wirtschaftlicher und finanzieller Wiederaufbaupakt" in Aussicht gestellt.
Das Abkommen muss noch vom französischen Parlament verabschiedet werden; eine Sitzung beider Kammern ist noch in diesem Jahr vorgesehen. Im Jahr 2026 sollen die Bürger:innen Neukaledoniens dann in einem Referendum über das Abkommen abstimmen.
Verwendete Quellen:
FAZ: "Neukaledonien soll eigener Staat innerhalb Frankreichs werden"
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